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Den richtigen Schlafsack für Babys finden

Welcher Schlafsack passt zu welcher Jahreszeit und
was sollten Sie mindestens über die Schlafumgebung 
Ihres Babys wissen.

 

Wenn Sie gerade kurz davor sind Eltern zu werden, dann haben Siesicher  inzwischen so viel gelesen über Schlafverhalten, richtige Schlaftemperatur, die Wahl ob Schlafsäcke oder Decke, Lammfell oder lieber ohne, dass Sie vermutlich noch immer dieselbe Frage haben. Was ist denn nun richtig und welcher Schlafsack sollte es sein. Sind Sie bereits Eltern, haben Sie bereits erste Erfahrungen gesammelt und Entscheidungen getroffen, dann beschäftigt Sie vermutlich die Frage, welche Schlafsack-Größe sollte es sein, was tue ich an besonders heißen und was an besonders kalten Tagen und ab wann kann ich auf die Decke umsteigen.

 

Dieser Ratgeber soll Ihnen als Eltern bei der richtigen Wahl der Baby-Schlafsäcke helfen und gibt zusätzlich interessante Informationen zu Material-Eigenschaften und deren Nutzen. Doch beginnen möchten wir mit dem wichtigen Thema überhaupt: „Die richtige Schlafumgebung für Neugeborene und Babys“, da diese das Risiko des „plötzlichen Kindstod“ mindern kann.

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Der Schlaf von Babys und die Unterschiede

 

Grundsätzlich schlafen Babys auf eine andere Weise als wir es als Erwachsene tun. Während Erwachsene den Schlaf als Blockeinheit nach den Schlaftypen Lerche und Eule verbringen, splitten Babys zu Beginn ihren Schlafbedarf in viele kleine Einheiten, verteilt über den Tag und Nacht, auf. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass im Gegensatz zu uns der Traumschlaf, also die REM-Phase (rapid eye movement), den überwiegenden Teil je Schlafeinheit einnimmt. Folgendes Beispiel verdeutlicht diesen Unterschied: Ein Erwachsener kommt auf ein Anteil der Traumschlafphasen von ca. 20-25%, während Frühchen auf bis zu 80% REM-Anteile kommen.[1] Zudem ist zu beobachten, dass Rhythmen, sei es in Form von Geräuschen oder Bewegungen, besonders gut bei den Kleinen ankommen, weshalb das Wiegen ein echter Einschlaf-Helfer ist. Ein nahe liegender Aspekt ist die Vorstellung, dass ein Fötus über Monate Geräusche und Bewegungen im Bauch der Mutter gewöhnt ist. Dabei können das Kreislaufsystem, die Atemgeräusche und die Gespräche der Mutter bis zu 90Dezibel laut sein. Folglich kann dem Neugeboren durchaus etwas fehlen, wenn es nach der Geburt auf einmal nicht nur hell und kühl, sondern auch muxmäuschenstill ist. Wir können also nicht unser Schlafverhalten oder das, was wir darüber wissen, auf ein Baby übertragen.[2]

 

Die Gefahr des plötzlichen Kindstodes ist immer noch eine ernste Gefahr, nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht abschließend aufgeklärt ist. Es ist also nicht verlässlich geklärt, ob nur vererbte Auslöser, Schwächen, Vorerkrankungen, Defekte oder äußere Einflüsse nach der Geburt alleinige Verursacher dafür sind. Jedoch ist es über Jahrzehnte der Forschung möglich geworden, äußere Faktoren, wie die Schlafumgebung, als Risiko erhöhend oder mindernd fest zu machen. Während des Schlafs, ganz gleich ob als Kind oder Erwachsener, sind unsere Funktionen wie die Atmung, Puls und Körpertemperatur im „Energie-Spar-Modus“.  Das ist ein zentraler Punkt, denn folglich sind auch die Schutzsysteme des Körpers in ihrer Empfindlichkeit herab gesetzt.

Ebenso ist unsere eigene Kontrolle über den Körper und über unser Tun quasi im Schlafmodus. So kommt es immer wieder zu kurzen Atempausen, was bei Säuglingen besonders oft geschieht. Diese Atempausen geschehen unbewusst und können durchaus bis zu 15 Sekunden lang werden.  Diese Größenordnung und auch mal längere stellen noch kein Problem für  Säuglinge da, welche im Übrigen häufiger davon betroffen sind als ältere Babys. Wichtig dabei ist, dass, auch wenn die körpereigenen Schutzfunktionen während des Schlafs eingeschränkt sind, diese immer noch soweit arbeiten, dass es zu keinem Sauerstoffmangel kommt und der Körper wieder zum nächsten Atemzug gezwungen wird. Ist das nicht der Fall, kommt es bei normalem Verlauf zu einer Reaktion des Aufwachens. Wie in einem Raum mit vielen Menschen und geschlossenen Fenstern, kommt es bei den Atempausen zur Abnahme des Sauerstoffs und zur Zunahme des Kohlendioxids im Blut.

 

Aber nicht nur vererbte Krankheiten der Eltern können so zu Störungen der Atmung während des Schlafens führen, sondern auch eigene Infekte oder eine zu warme Umgebung sowie Körpertemperatur, Passiv-Rauchen oder das erneute Einatmen der eigenen Atemluft. Die Folgen sind, dass die Atmung variiert und der Sauerstoffgehalt abnimmt. Schlimmer aber noch ist es, wenn die Schwelle bei der der Körper zum Schutz das Aufwachsignal gibt, angehoben ist und das Aufwachsignal somit erst später kommt.  Wenn Ihr Kind Atempausen von mehr als 15 Sekunden zeigt, sich ggf. nur mühsam wecken lässt, müde und schlaff wirkt oder gar blau anläuft bzw. blass wird und das ohne offensichtliche Gründe wie Erkrankungen, zu warme Umgebung und Kleidung, dann wird empfohlen umgehend einen Kinderarzt hinzu zu ziehen.[3]

  

Die richtige Schlafumgebung und die große Angst vor dem plötzlichen Kindstod

 

Auch aus diesen Erkenntnissen heraus hat sich eine Empfehlung für die Ausstattung und Einrichtung des empfohlenen Schlafplatzes und dessen Umfeld entwickelt. Das Positive vorweg, die Empfehlung führt u.a. dazu Geld zu sparen, denn für die richtige Schlafumgebung eines Neugeborenen lautet sie, verzichten Sie auf das Meiste. Hintergrund ist, dass Babys durch ihr abweichendes Schlafverhalten dazu neigen in Situationen  zu geraten, in welchen sie vermehrt ihre eigene, verbrauchte Atemluft wieder einatmen. Über längere Zeit atmen sie so immer weniger frischen Sauerstoff ein und der Anteil an giftigem Kohlendioxid steigt. Man spricht bei diesem Verhalten von der sog. „Rückatmung“.

 

So ist ein noch unreif entwickeltes Atmungssystem des Säuglings eine mögliche Ursache für den plötzlichen Kindstod. Das noch junge Baby hat also ohnehin bereits Schwierigkeiten mit der Atmung. Kommen dann noch weitere erschwerendene Faktoren, wie eine nicht optimale eingerichtete Schlafumgebung dazu, kann es passieren, dass der eigene Antrieb zur Atmung nicht mehr ausreichend ist. Hinzu kommen jedoch noch weitere mögliche Ursachen wie Bauchlage, Überwärmung, Raucher-Umgebung, Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörrungen. Aus diese Erkenntnissen hat sich die 3R-Regel entwickelt, welche die Möglichkeiten zusammenfasst, das Risiko des „Sudden Infant Death Syndrome" (SIDS), abgesehen von Vorerkrankungen, deutlich zu mindern. Sie lautet: Rückenlage + rauchfrei + richtig gebettet!

 

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Das erste „R“, die Rücklage, hängt u.a. damit zusammen, das der Säugling ungehindert ein und wieder ausatmen kann, vor allem aber, dass die ausgeatmete Luft nicht durch die Matratze, ein Nestchen oder andere Gegenstände blockiert und so wieder eingeatmet wird. In der Rücklage kann die Luft ungehindert austreten, ob zur Seite oder nach oben, und der Anteil an frischem Sauerstoff ist so höher als in der Bauchlage. Bisher sprach die Sorge dagegen, dass im Falle des Erbrechens das Erbrochende in die Luftröhre gelangt und so die Gefahr des Erstickens droht. Inzwischen konnte dies jedoch durch den Fakt ausgeräumt werden, dass die Speiseröhre hinter der Luftröhre liegt. Liegt als ein Baby in Bauchlage wäre die Luftröhre auf einmal unter der Speiseröhre und die eigentliche Gefahr überhaupt erst da. Die Bauchlage kann das Baby mit Ihnen zusammen in der Wachphase trainieren. Das zweite „R“, eine rauchfreie Umgebung insbesondere im Kinderzimmer sollte klar sein. Sodass das dritte „R“ die bestätigte Empfehlung betrifft, mit der richtigen Schlafumgebung des Babys die bestmögliche Sauerstoffzufuhr zu ermöglichen, aber auch vor einer Übererwärmung durch Hitzestau zu schützen. 

 

Deshalb wird empfohlen, alle unnötigen Gegenstände und Hindernisse aus dem Bett eines Säuglings zu entfernen. Dazu zählen zu lange Hauben, Himmel sowie Nestchen und zu große Kuscheltiere. Der perfekte Schlafplatz verzichtet sogar auf alles und beschränkt das Bettchen nur auf die Matratze, ein Bettlaken und eben das Bett. Auch, wenn dies eher nach einem ungemütlichen Schlafplatz ohne jede Persönlichkeit und Geborgenheit aussieht, so konnten auf diese Weise die Fälle des Säuglingstods um ca. 80 Prozent gesenkt werden. Ob Säugling oder Kleinkind, der Bewegungsdrang ist selbst im Schlaf groß und ebenso die Gefahr, dass das Baby sich in die Ecke eines Nestchen, gleich dem Verhalten im Bauch der Mama, einkuschelt und die Nase vergräbt. So wächst wieder die Gefahr, dass es vermehrt zur Rückatmung kommt.

  

Schlafsack statt Bettdecke für Säuglinge und Kleinkinder

  

Die Gefahr, dass Babys unbewusst ihren Kopf und Gesicht irgendwo ankuscheln und sich so die nötige Frischluftzufuhr nehmen ist auch bei zu großen Kuscheltieren, Spieluhren und Schnuffeltüchern gegeben, welche mit im Bett liegen (sollen).  Sollte man also nicht darauf verzichten können oder wollen, sollte unbedingt drauf geachtet werden, dass diese so klein und leicht sind, dass das Gesicht nicht komplett verdeckt und die Atmung trotz dessen unbeschwert ermöglicht wird.  Die Gitterstäbe bei den meisten Babybetten sind keine Gefahr und auch die Abdrücke sind ähnlich schnell wieder verschwunden, wie die „Knitterfalten“ der Eltern vom Kopfkissen nach einer erholsamen Nacht. Sollte aber auch hier auf ein Nestchen nicht verzichtet werden können, sollte sich weder die Wärme noch die Atemluft stauen können.  Ggf. bringen Sie es so an, dass die Höhe durch dessen tiefes Anbringen und zusätzliches Verstecken hinter der Matratze mind. halbiert wird oder nutzen gleich Bettchen-Bücher. Diese reichen immer nur für ein Teil des Bettchens, zum Bsp. dessen Stirnseite.

 

Vermeiden Sie aus den gleichen Gründen Kopfkissen und Bettdecken. Zum Einen braucht ein Säugling noch kein Kopfkissen und zum Anderen besteht auch hier die Gefahr, dass etwas über den Kopf gezogen wird oder das Baby darunter rutscht und nicht mehr genügend Frischluft bekommt bzw. die Schutzfunktionen durch den Kohlendioxidanstieg weiter abgesenkt werden. Neugeborene sind zudem noch nicht in der Lage ihren eigenen Wärmebedarf selbst zu steuern, entweder würde es unter einer Decke zu warm oder sie decken sich auf und würden auskühlen.

 

Gute Schlafsäcke bleiben aufgrund ihrer Passform genau da, wo sie hingehören. Stimmt dann noch die Materialzusammensetzung sorgt der Schlafsack selbst für die nötige Klimaregulierung und vermeidet einen Hitzestau oder Frieren des Babys. Er ist also ein fester Bestandteil der Risiko-Minimierung des SIDS.

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Aber der richtige Schlafsack alleine reicht nicht, auch die Wahl des Ortes für das Bettchen und die Temperatur haben laut den gewonnen Erkenntnissen deutlichen Einfluss auf die Senkung des Risikos. So sollte der Platz so gewählt werden, dass das Baby nicht der Zugluft ausgesetzt ist, was auch für möglichen Elektro-Smog gilt. Ebenso sollte das Baby keine Möglichkeit haben an Gardinen, Vorhänge, Fenster oder Schnüre mit mehr als 12cm Länge heran zu kommen. Die Raumtemperatur sollte sich beim Schlafen bei ca. 16 bis 18 Grad Celsius einpendeln, was eher als Richtwert für die kühlen und kalten Tage gilt. Im Sommer wird es in den meisten (Kinder-) Zimmern deutlich wärmer, weshalb mit dem Schlafsack und der Babybekleidung gegengesteuert werden sollte.  Es sollte jedoch stets vermieden werden, dabei nach dem Prinzip desto wärmer desto besser, zu verfahren. Vielmehr gilt im Zweifel etwas weniger anzuziehen oder die Umgebungstemperatur etwas kühler zu halten. Die Körper-Temperatur über die Hände und Füße des Babys zu ermitteln ist dabei kein verlässlicher Indikator. Fühlen Sie anstelle dessen lieber mit Ihrer Hand den Nacken des Babys und zwischen den Schulterblättern, sind diese Stellen normal warm, haben Sie es genau richtig getroffen.  Sind diese zu kühl oder zu warm/heiß, heißt es über die Kleidung oder Heizung bzw. durch Lüften gegenzusteuern. Vermeiden Sie es, Ihre persönlichen Präferenzen auf das Baby zu übertragen, bekannter Weise frieren Frauen tendenziell schneller und würden sich entsprechend wärmer einpacken oder zuheizen. Ihrem Baby helfen Sie jedoch mit der 16 bis 18 Grad Celsius Regel mehr,  denn wenn es friert wird es sich deutlich bemerkbar machen, nicht jedoch wenn es zu warm ist. Daher tasten Sie sich lieber mit etwas weniger Babybekleidung und weniger zuheizen heran, als anders herum.

  

Die Wahl des Schlafsacks nach Jahreszeit und Größe

 

Grundsätzlich ist für den Anfang zwischen einem Frühchen-Schlafsack und einem normalen Schlafsack zu unterscheiden. Während ein Schlafsack für Frühchen „nur“ bis zu 50 cm lang ist, bringt es ein Neugeborener-Schlafsack auf ca. 55 cm. Das ist insofern wichtig, das sichergestellt wird, dass ein Baby nicht in den Schlafsack hinein rutschen und die Atmung stocken kann. Zudem schafft es der kleine Körper bei einem zu großen Schlafsack nicht mehr, sich ein Wärmepolster aufzubauen, da zu viel Luft erwärmt werden muss. Bei der Größenwahl gilt daher bei Schlafsäcken:

 

  1. bei einem Schlafsack sollte Ihr Baby heraus und keinesfalls hinein wachsen,
  2. die Größe für einen sicheren Schlafsack misst man wie folgt:
     Körperlänge minus Kopflänge plus 10-15 cm zum Strampeln und fürs Wachstum.

 

Der Kopf wird also nie mit gemessen, weshalb sich die Schlafsacklänge nicht auf die Größe Ihres Babys bezieht, sondern vielmehr nur auf die Rumpflänge bis zu den Füßen. Das Höchstmaß an Zugabe sollte aber keines Falls 20cm überschreiten. Auch ein zu breiter Schlafsack ist eher kontraproduktiv, da sich Ihr Kind darin „verwurschteln“ kann und zudem die zu große Luftmenge wieder dazu führt, dass diese mit der eigenen Körperwärme nicht aufgeheizt werden kann.  

 

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Den richtigen Wärmegrad eines Baby-Schlafsacks ermitteln

 

So wie die Kleidung ist auch der Schlafsack an die Temperatur des Raums sowie der Jahreszeit anzupassen. Normale Schlafsäcke bestehen  i.d.R. aus nur einem Stück, inklusive der Füllung oder mehrerer Lagen, diese können nicht an die jeweilige Raumtemperatur angepasst werden. Sich nur nach den Jahreszeiten oder nur nach der Raumtemperatur zu richten, birgt die Gefahr eventuelle Temperaturveränderung im Verlauf der Nacht oder am Morgen nicht genügend zu berücksichtigen. Entweder wird es dann, anders als zum Zeitpunkt des Zubettgehens, zu kühl oder zu warm.

 

Eine Hilfestellung, um den richtigen Wärmegrad auszuwählen, liefern Ihnen die sogenannten TOG-Werte. Diese Einheit gibt den Wärmewiderstand von Textilien an und stellt damit den Insolationswert des Kleidungsstücks oder eben des Schlafsacks dar. Dabei gilt, ein hoher TOG-Wert steht für wärmere Schlafsäcke und ein kleiner TOG-Wert für entsprechend weniger Wärmewiderstand, was für einen Sommerschlafsack spricht. Keinesfalls sollten Schlafsäcke für Babys Polyester als „Dämmmaterial“ enthalten, auch wenn dieses besonders gut warm hält, so staut sich die Wärme und hat negativen Einfluss auf die Atmungsaktivität. Die folgende Tabelle spiegelt die Wahl des Schlafsacks nach TOG-Werten, gemessen an der Temperatur der Schlafumgebung wieder.

  

TOG-WERT

Raum-Temperatur

Wahl des Schlafsacks

0,5

mehr als 24 Grad Celsius

Sommerschlafsack mit max. zwei Lagen

1,0

zwischen 18 bis 24 Grad Celsius

für wärmere Tage/Nächte

2,5

zwischen 15 bis 21 Grad Celsius

Ganzjahresschlafsack mit mehreren Lagen oder anpassbar

3,5

unter 15 Grad Celsius

Winterschlafsack mit mehreren Lagen und Ärmeln

 

Achten Sie auf ausreichende Verstellmöglichkeiten. Soll der Schlafsack  auch für den Übergang sein oder bei wechselnden Raumtemperaturen zum Einsatz kommen, schauen Sie nach Artikeln mit herausnehmbarem Inlay oder Futter. Der Reisverschluss-Schieber sollte im geschlossenen Zustand in einer sogenannten Garage Platz finden können oder er wird nach unten, zu den Füßen hin geschlossen, was das Verletzungsrisiko mindert. Die Schultergurte sollten verstellbar sein, sodass zu Beginn der Brustkorb nicht freiliegt. Auch die Armausschnitte sollten nicht zu groß geschnitten sein, sodass Ihr Kinder weder in den Schlafsack hinein rutschen kann, noch an empfindlichen Stellen auskühlt.  Gleichermaßen ist aber auch darauf zu achten, dass Stellen wie der Halsausschnitt nicht zu knapp sind und drücken bzw. einengen. Auf Gummi- und Zugbänder im Bereich der Armaussparung und des Rückens sollte, ebenso wie Raffungen oder auftragende Stellen, verzichtet werden.

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Achten Sie auf schadstofffreie Schlafsäcke vor dem Kauf

 

Eine Selbstverständlichkeit ist, bzw. sollte der Verzicht auf Schadstoffe bei Babyschlafsäcken sein. Der Standard des Zertifikats ÖKOTEX 100 ist im Vergleich zu zertifizierten BIO-Schlafsäcken ein eher weniger aussagekräftiges Zeichen. Das liegt an den erlaubten höheren Grenzwerten und der Erlaubnis, sonst bei Bio-Produkten ausgeschlossene Materialien einsetzen zu dürfen. So sind Schlafsäcke aus BIO-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, kurz kbA, oder solche mit einer GOTS bzw. IVN Zertifizierung garantiert frei von Schadstoffen. Bei Schwurwolle-Schlafsäcken gilt genau das Gleiche. Die Schurwolle stammt sodann aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) und stellt bei gleicher Zertifizierung den Verzicht auf Zusätze und Schadstoffe auf gleiche Weise sicher. Damit erledigt sich zugleich auch die Notwendigkeit auf Druckknöpfe ohne Anteile von Nickel achten zu müssen, dies versteht sich ökologisch hergestellten Babyschlafsäcken von selbst.

 

Ebenso liegt auch ein weiterer  Vorteil klar auf der Hand. Das Neugeborene braucht nach der Geburt  besonders viel Schutz, das gilt auch für die noch besonders empfindliche Haut. Die Gefahr vor Allergien ist in diesem Alter besonders hoch, einmal ausgelöst bleiben sie oft ein Leben lang. Stoffe wie Pflanzenpestizide, Flammschutzmittel, Dünger-Reste, Azofarbstoffe usw. haben in der Kleidung nichts zu suchen und können die junge Haut und die Atemwege deutlich belasten sowie die Gefahr von Allergien steigern. Zudem verbringt ein Neugeborenes die meiste Zeit mit Schlafen, vermutlich die überwiegende Zeit davon im Schlafsack. Durch Schwitzen  lösen sich ggf. Produktionsrückstände oder die o.g. Substanzen aus den Fasern. An heißen Tagen und Nächten liegt Ihr Baby vermutlich sogar nur mit einem Body im Schlafsack und große Hautflächen haben direkten Kontakt zum Stoff. Diese Gefährdung können Sie mit der Wahl von Bio-Produkten vermeiden. Doch leider wird mit dem Begriff „Bio“ auf dem Markt viel Unheil getrieben, daher achten Sie, um sicher zu gehen, auf Produkte mit den GOTS, IVN oder Soil Assoziation Siegel. Die zusätzliche Angabe von FairTrade bezieht sich dabei „nur“ auf die Arbeitsbedingungen, gibt jedoch keinen Rückschluss auf die Materialeigenschaften. Deshalb sollte es immer zusätzlich zu einem der o.g. Bio-Siegel ausgelobt sein, wenn Sie Wert auf die ökologische Eigenschaft Ihres Babyschlafsacks legen. Im Übrigen gibt es die BIO-Qualität oft schon zum gleichen oder ähnlichen Preis wie die "normalen" Produkte, was die Wahl zum Gesunden deutlich vereinfacht. Zudem ist die Qualität, insbesondere beim Wärmeausgleich, durch die unbehandelten Materialien, noch einmal mehr gegeben.

 

Aber auch das Waschen und die richtige Pflege helfen  Allergien zu mindern und ggf. Stäube, Milben, Pilzsporen etc. heraus zu waschen.  Bitte achten Sie jedoch zwingend auf die Wasch-Empfehlungen der Hersteller und beachten Sie, dass unterschiedliche Materialien wie Schurwolle anderer Pflege bedürfen wie Bio-Baumwolle oder konventionelle Materialien.

 

Fazit: Achten Sie auf die 3 R-Regel und vermeiden zu große und zu warme Schlafsäcke. Achten Sie auf die richtige Schlaftemperatur und entfernen Sie alles aus dem Baby Bett, was dazu führen könnte Ihrem Baby die Luft zum Atmen zu nehmen. Achten Sie auf die Reihenfolge: Heraus- statt  Hineinwachsen. Außerdem sollten Sie sich lieber mit weniger als mit zu viel Bekleidung an die Raumtemperatur heran tasten. Die Minderung von 80% der Gefahr des plötzlichen Kindstodes gibt den aktuellen Empfehlung Nachdruck, weshalb ältere Meinungen noch einmal auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden sollten. Eine Auswahl an Bio-Schlafsäcken für Neugeborene, Frühchen und Kleinkinder finden Sie hier.

   

Quellen:

[1] Werte unter der Annahme, dass ein Erwachsener unabhängig vom Schlaftyp 8h pro Schlafeinheit schläft, der durchschnittliche Schlafbedarf eines Babys beläuft sich auf ca. 16h/24h.

[2] Vgl.: Der normale Schlaf und seine Variationen, unter: http://www.schlafzentrum.med.tum.de/index.php/page/normaler-schlaf

[3] Vgl.: Die optimale Schlafumgebung für Ihr Baby, S. 3-9, 12. Auflage 07.2008,  GEPS-Nrw e.V. [Hrsg.]; Ein Schmerzliches Thema: Der Plötzliche Kindstod, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [Hrsg.], unter: http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/sids/

Vgl. für Inhalte: Die optimale Schlafumgebung für Ihr Baby, S. 3-9, 12. Auflage 07.2008,  GEPS-Nrw e.V. [Hrsg.]; Ein Schmerzliches Thema: Der Plötzliche Kindstod, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [Hrsg.], unter: http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/sids/; Wirksame Vorbeugung ist möglich – Empfehlungen; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [Hrsg.], unter: http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/; Der normale Schlaf und seine Variationen, unter: http://www.schlafzentrum.med.tum.de/index.php/page/normaler-schlaf; Lotties Naturtextilien GmbH & Co. KG, Hauptkatalog Schlafsäcke, Lothar Ziegler [Hrsg.], 2015.

Bildrechte: Sleeping baby on back in sleeping bag © Nik - fotolia / Baby cot over white background © Ilona Baha - fotolia / Schlafsäcke greenstories  © Kite, Lotties, Naturest Purest

 

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  • Toll

    Toller Beitrag!!! Und danke für die telefonische Beratung zur Wahl des richtiges Schlafsacks für die Herbstzeit! Ich habe mich für den Disana Schurwolle Schlafsack entschieden und seit September sehr zufrieden damit. Danke!