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Neurodermitis bei Babys und Kindern

 

Krankheitsbild, Behandlung & Tipps gegen Juckreiz

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie nimmt Sauerstoff auf, schützt uns vor Krankheitserregern, reguliert die Körpertemperatur und tut noch vieles mehr. Hautkrankheiten sind in den meisten Fällen zwar nicht lebensgefährlich, jedoch beeinflussen sie das körperliche Gleichgewicht, unser allgemeines Wohlbefinden und Selbstbewusstsein und damit auch ein Stück weit unsere Lebensqualität. Wie sich gerötete, juckende und brennende Haut anfühlt, wissen wohl die Meisten. Für manche von uns ist dies jedoch nicht nur eine Phase, sondern eine tägliche Bürde, die besonders häufig Kinder zu tragen haben und die sich Neurodermitis nennt. Jedes sechste Vorschulkind leidet heutzutage darunter, in den 1960er Jahren war es nur jedes dreißigste. Auf Grund dieser Entwicklung ist es wichtiger denn je, sich als Eltern mit Neurodermitis und den möglichen Behandlungsmethoden auseinanderzusetzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alle nötigen Informationen zum Krankheitsbild, Maßnahmen bei akutem Juckreiz sowie nützliche Tipps im Umgang mit Kindern, die unter Neurodermitis leiden.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine besonders unter Europäern vertretene chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt wird. Eine Atopie beschreibt dem Begriff nach etwas Außergewöhnliches, am falschen Ort Auftretendes und ist daher eine zeitgemäßere Beschreibung als „Neurodermitis“, bei der es sich nach früherem Wissensstand um eine Entzündung (-itis) der Nerven (neuro-) handeln sollte. Andere atopische Erkrankungen sind zum Beispiel Heuschnupfen oder Bronchialasthma. Neurodermitis ist jedoch keine Allergie, da man nicht nur auf ganz bestimmte Allergene reagiert, sondern viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Die atopische Dermatitis ist daher auch genau deshalb so schwer zu terminieren, da bis jetzt kein expliziter Grund für das Entstehen dieser Krankheit ausgemacht werden konnte. Bei den meisten Patienten liegt jedoch eine erbliche Vorbelastung zugrunde. Dabei müssen deren Eltern nicht explizit unter Neurodermitis leiden, sondern es kann auch eine andere atopische Erkrankung wie Heuschnupfen zugrunde liegen.

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Heuschnupfen bei den Eltern oft als Vorbelastung

Ist ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit für Neurodermitis bei dessen Kind bei 20 bis 40 Prozent; sind beide Elternteile erkrankt, so erhöht sich diese auf ganze 60 bis 80 Prozent. Die Zahl der Erstdiagnosen steigt wie erwähnt rasch an. Dies liegt zum einen daran, dass öfter als früher ein Arzt bei Beschwerden aufgesucht wird, zum anderen werden Umweltfaktoren wie Schadstoffe in der Luft, Allergene sowie Pro- und Antibiotika als mögliche Auslöser betrachtet. Die atopische Dermatitis tritt zudem häufiger in städtischen Gebieten auf. Die meisten der Patienten sind Kinder, denn in den häufigsten Fällen verschwinden die Symptome im Teenageralter und nur wenige Erwachsene sind dauerhaft und dann zum Teil stark betroffen. Meist tritt die Hautkrankheit während des ersten Lebensjahres zu Tage, Schätzungen zufolge leiden 10 bis 15 Prozent der Kinder in Deutschland an Neurodermitis, insbesondere im Vorschul-Alter. Wissenschaftler erforschen momentan, wie sehr schon die Lebensweise und Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft eine Auswirkung auf den späteren Verlauf der erblichen Hautkrankheit beim Kind haben. Allgemein gilt, dass eine möglichst schadstofffreie Ernährung mit Bio-Lebensmitteln ideal ist, um Neurodermitis vorzubeugen und generell für Schwangere eine gute Wahl. Diäten, in denen man nur allergenarme Lebensmittel konsumiert, um das Baby diesen Allergenen nicht auszusetzen, sind hingegen keine wirkungsvolle Präventionsmethode. Als durchaus positiv anerkannt wird jedoch laut mehrerer Studien der regelmäßige Konsum von Fisch und der darin enthaltenen Omega-3 Fettsäuren. Genauere und stetig überarbeitete Informationen bietet die Leitlinie der Allergieprävention der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Wie kommt es zum Ausbruch des atopischen Ekzems?

Für das Verständnis dieser komplexen Erkrankung der Haut ist es zunächst von enormer Wichtigkeit, die atopische Dermatitis nicht als Allergie der oberen Hautschicht zu missverstehen. Ebenso wenig liegt eine Immunschwäche vor, sondern das Gegenteil ist der Fall: Treten Symptome von Neurodermitis auf, so ist die ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem übereifrig arbeitet. Doch weshalb ist dies so und wogegen stellt sich unsere körpereigene Abwehr? Vereinfacht gesagt erkennt das Immunsystem harmlose Stoffe als schädlich an bzw. reagiert unverhältnismäßig sensibel auf die geringste Anzahl an Allergenen. Daraufhin beginnt es mit der Produktion von Antikörpern, den sogenannten Immunglobulin E (IgE). Es konnte darüber hinaus festgestellt werden, dass bestimmte Immunzellen, die Langerhans-Zellen, bei Menschen mit Neurodermitis besonders viele Rezeptoren für die Antikörper IgE besitzen. Die geringste Zahl an Allergenen reicht also aus, dass die Langerhans-Zellen aktiviert werden. Gemeinsam mit den Abwehrzellen (T-Helferzellen) schütten sie dann Entzündungsstoffe (Zytokine) aus. Diese verursachen den lästigen Juckreiz. Hinzu kommt, dass Neurodermitis Patienten zu wenig Lipide bzw. Fettsubstanzen in der Oberhaut besitzen und die Talgproduktion zu gering ist. Die Haut kann somit Feuchtigkeit schwerer halten und trocknet umso schneller aus. So wird der Juckreiz noch einmal verstärkt und all diese Faktoren führen in einen echten Teufelskreis: Die trockene Haut schuppt sich, wodurch Juckreiz entsteht.

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Juckreiz bei Neurodermitis

Auf diesen wird mit Kratzen reagiert, was zu kleinen Verletzungen der Oberhaut führt, durch die Fremdstoffe und Bakterien ungehindert eindringen können. Es kommt zu einer Infektion und im Zuge dessen entzündet sich die Haut, was zu dem für Neurodermitis typischen Ekzemen führt.

Neurodermitis Symptome bei Kindern

Erste Anzeichen für das atopische Ekzem treten in den meisten Fällen schon im Säuglingsalter auf, dazu gehört der sogenannte Milchschorf im Gesicht und auf der Kopfhaut. Dieser ist durch eine gelblich-weiße Schuppenkruste über leicht bis stark gerötete Haut zu charakterisieren. Im weiteren Verlauf entwickeln besonders Kinder Ekzeme an empfindlichen, weichen Hautstellen wie Kniekehlen, Ellenbogen, Halsfalten, Ohrläppchen und Handgelenken.

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Hautrötungen bei Baby aufgrund Neurodermitis

Diese Stellen können stark gerötet sein und jucken sowie eine schorfige Kruste bilden. Die Haut an den betroffenen Stellen neigt zum Nässen, auch die Mundwinkel sind bei Kindern oft betroffen und reißen umso schneller ein. Charakteristisch ist ebenso das schubweise Auftreten von Ekzemen sowie die Reaktion der Haut auf kratzen mit weißen anstatt roten Kratzspuren. Natürlich möchte man als Eltern so schnell wie möglich handeln, wenn ein oder mehrere Symptome für Neurodermitis beim eigenen Kind auftreten und dem kleinen Patienten Linderung verschaffen – starten Sie jedoch nie eine Therapie ohne vorher einen Arzt aufgesucht zu haben! Dieser kann durch eine Blutuntersuchung auf die Anzahl der Immunglobuline vom Typ IgE die Erkrankung feststellen. Denn oftmals haben auch Säuglinge ohne atopisches Ekzem einen Milchschorf am Kopf und in manchen Fällen wird Neurodermitis mit Schuppenflechte (Psoriasis) verwechselt. Bei Schuppenflechte kommt es zu einer erhöhten Produktion von Hautzellen, wodurch sich auf der geröteten und verdickten Hautoberfläche silbrig-weiße Schuppen bilden. Jedoch tritt bei der Psoriasis viel weniger häufig akuter Juckreiz und Nässen der betroffenen Stellen auf, welche ebenfalls oft an Arm- und Kniebeugen liegen. Erst, wenn eine oder mehrere Bereiche ständig jucken und immer wieder neue Stellen betroffen sind, besteht der Verdacht nicht nur auf eine harmlose Reizung der Haut sondern auf Neurodermitis. Ebenso, wenn zusätzlich Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis in der Familie bekannt sind. Eine genaue Untersuchung ist also wichtig, um eine passende Therapie einzuleiten. Die gute Nachricht ist, dass bei den allermeisten Kindern (ca. 80 Prozent) die atopische Dermatitis im Grundschulalter bis in die Pubertät langsam verschwindet bzw. sich in eine andere Erkrankung aus dem atopischen Formenkreis wie Asthma oder Heuschnupfen verlagert.

Triggerfaktoren – Auslöser für einen Neurodermitis Schub

Erneuten akuten Schüben von Neurodermitis ist nicht immer leicht vorzubeugen, jedoch gibt es einige Provokations- bzw. Triggerfaktoren, welche den Ausbruch des atopischen Ekzems begünstigen. Eltern können beispielweise ein Neurodermitis-Tagebuch für ihr betroffenes Kind führen, in dem Schlaf- und Essverhalten, Hautpflege und auftretender Juckreiz dokumentiert werden. So lässt sich nach und nach ein bestimmtes Muster beobachten, das zu erneuten Schüben führt. Die Triggerfaktoren sind jedoch vielfältig und manche sind kaum vermeidbar. Dazu gehören Infekte, denn Kinder brauchen ein stabiles soziales Umfeld und Kontakt zu Gleichaltrigen – da sind Infektionskrankheiten kaum zu vermeiden. So kann es während der Krankheitsphase zu erneuten Neurodermitis-Schüben kommen.

1. Klima und Schadstoffe

Auch das Klima hat Auswirkungen auf den Zustand von Kindern und Erwachsenen mit Neurodermitis. Besonders im Winter treten oft Ekzeme auf, da es draußen kalt und in Innenräumen trocken und warm ist, was bei jedem Menschen die Hautbarriere schädigen kann. Besonders im Kinderzimmer sollte man daher gut lüften, zu starkes Heizen vermeiden und die Raumluft feucht halten bei ca. 40 bis 60 Prozent. Dies funktioniert ganz einfach, indem man eine Schale Wasser über der Heizung platziert, beim Messen der Luftfeuchtigkeit hilft ein Hygrometer. Untersuchen Sie Ihr Haus außerdem auf Schimmelpilze oder giftige Bausubstanzen und vermeiden Sie scharfe Reinigungsmittel. Zigarettenrauch im Haus sollte ebenso tabu sein, schwieriger wird es beim Triggerfaktor Abgase, denn diese sind allgegenwärtig. In sehr schweren Fällen sollte jedoch in Betracht gezogen werden, aus der Stadt aufs Land oder sogar ans Meer zu ziehen.

2. Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel

Auch der Genuss mancher Nahrungsmittel kann einen erneuten akuten Schub auslösen oder zumindest begünstigen. Bei schätzungsweise einem Drittel aller Kinder mit Neurodermitis lässt sich durch einen Bluttest, Pricktest oder durch Provokation eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel diagnostizieren. Ein regelmäßiges Nachtesten wird jedoch empfohlen, da sich während der Kindesentwicklung viele Allergien von selbst legen. Oftmals liegt auch keine direkte Allergie zugrunde, sondern es handelt sich um eine Unverträglichkeitsreaktion des Körpers, welche den Juckreiz verschlimmert. Diese Verschlechterung wird besonders nach dem Konsum von Histamin-haltigen Lebensmitteln konstatiert. Dazu gehören konzentrierte Tomatenprodukte wie Ketchup und auch alter Käse. Durch die Histamine weiten sich die Gefäße, mehr Blut strömt ins Hautgewebe und erzeugt dadurch auch mehr Juckreiz. Ebenso säurehaltiges Obst wie Himbeeren, Kiwis und Zitrusfrüchte stehen unter Verdacht, den Juckreiz zu verstärken. Auch heutzutage wird Eltern noch oft gesagt, sie sollen Industriezucker komplett vom Speiseplan ihres Kindes streichen. Nach der Meinung und dem nachfolgenden Fall der Ernährung-Docs besteht ein Zusammenhang von schnell aufzunehmenden Zucker und den Schüben von Neurodermitis. Jedoch muss z.B. Schokolade nicht vollständig gestrichen werden, aber auf eine kleine Menge pro Tag eingegrenzt werden.

Deshalb sollten Sie als Eltern nicht in Eigeninitiative den Speiseplan ihres Nachwuchses verändern. Es gibt jedoch Versuche mit einer speziellen Neurodermitis-Diät die Behandlung positiv zu unterstützen. So kann wie im vorherigen Video die Reaktion auf das befolgen oder auf ignorieren des speziellen Lebensmittelplan auf der Haut festgestellt werden. Ob eine Diät in bestimmten Fällen von Nutzen sein kann, sollte gemeinsam mit einem Allergologen und einem Ernährungsberater entschieden werden. Dabei muss in jedem Fall der letztendliche Nutzen davon abgewogen werden, denn der Verzicht auf geliebte Nahrungsmittel und das damit verbundene Gefühl, ausgeschlossen zu werden, kann Kinder in eine Stresssituation bringen, welche ebenfalls akute Schübe begünstigt.

3. Psychosomatische Faktoren bei atopischer Dermatitis

Psychosomatische Faktoren wie Stress und Trauer sind nicht zu vernachlässigende Provokationsfaktoren, denn die Ausschüttung von Stresshormonen verschlimmert oftmals die Symptome. Deshalb ist es besonders wichtig, offen mit der Hautkrankheit des Kindes umzugehen, denn je sicherer die Eltern auftreten, umso mehr übernehmen auch die kleinen Patienten dieses Verhalten und gehen selbstbewusst mit ihrer angeborenen Kondition um. In der Schule und im Kindergarten sollte man die Erzieher und Lehrer gut informieren, damit sie nicht schimpfen, wenn sich das Kind wegen des Juckens unruhig verhält. Mitschüler kann man darüber aufklären, dass die Neurodermitis nicht ansteckend ist und man nur manchmal vorsichtiger spielen und toben muss. So nimmt man Vorurteilen den Wind aus den Segeln und das betroffene Kind fühlt sich nicht als Außenseiter.

Die richtige Kleidung wählen

Auch unpassende Kleidung fördert durch physikalische Reizung die Entstehung von nässenden Ekzemen, wenn die Haut bereits anfängt, sich zu röten und zu jucken. Ideal ist Kleidung, die atmungsaktiv und ohne Schadstoffe ist, Luft an die Haut lässt und auch bei höheren Temperaturen gewaschen werden kann. Dies ist wichtig, um Schweiß und Bakterien den Garaus zu machen. Denn diese reizen bekanntermaßen die ohnehin schon empfindliche Haut des Kindes.

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Bio Babymode aus Baumwolle (kbA) wichtig bei Neurodermitis

Ebenso konventionelle, also mit viel Chemie hergestellte Mode. Kleidung aus Wolle ist sonst ein Geheimtipp, jedoch für betroffene Kinder nicht zu empfehlen. Der Grund ist, dass die Wollfasern eine schuppige Oberfläche haben und auf mechanische Weise die Haut reizen können. Seide ist hingegen schön glatt und wirkt sogar leicht kühlend, man sollte jedoch bedenken, dass Seide nur bei sehr niedrigen Temperaturen waschbar ist. Baumwollstoffe sind ideal für Kinder mit Neurodermitis, denn sie sind schön weich auf der Haut und ihnen machen heiße Waschgänge nichts aus. Dabei ist Baumwolle nicht gleich Baumwolle, denn ein Großteil der Kindermode setzt nach wie vor auf den konventionellen Anbau mit vielen Pestiziden, die sich später auch im Kleidungsstück wiederfinden und die Haut reizen. Daher unbedingt beim Kauf auf Kinderkleidung aus Biobaumwolle (kbA) achten. Besonders empfehlen wir, auf ungefärbte Bio Baumwolle zurückzugreifen. Die Kleidungsstücke wie z.B. von unserem Hersteller Lotties sind weder gebleicht oder gefärbt und liefern damit keinerlei Reize für die empfindliche Haut. Zudem lassen sie sich noch besser reinigen. Ob mit oder ohne Befund, insbesondere in den ersten Lebensmonaten empfiehlt es sich bei Body und Strampler auf solche naturbelassene Bio Babykleidung zurück zu greifen. Für Babys und Kinder mit klarem Neurodermitis Befund gibt es spezielle Kleidung, ebenfalls von Lotties. Ein weiterer Vorteil dieser Kinderbekleidung ist, dass die Hände sowie Füße ebenfalls bekleidet sind, um vor nächtlichem, unbewusstem Kratzen zu schützen. In manchen Kleidungsstücken für Neurodermitis Kinder sind sogenannte Silberfäden eingenäht. Dabei handelt es sich um mit Silberionen behandelte Baumwollfasern, denn Silber wirkt antibakteriell. Jedoch sind die Ionen nach mehreren Wäschen fast komplett abgespült und belasten dann nur unnötig die Umwelt. Ebenso ist die Wirkung von Silberfäden nicht eindeutig geklärt, sodass auf diese Wäsche-Linie verzichtet wird.

Neurodermitis Behandlung bei Babys, Kleinkindern und Kindern

In ihren Grundzügen unterscheidet sich die Behandlung eines Babys oder Kindes nicht von der eines Erwachsenen, jedoch eignen sich einige Wirkstoffe wie zum Beispiel Kortison nicht für junge Patienten und man muss auf Alternativen zurückgreifen. Nach einem Gespräch mit dem Arzt werden eine oder mehrere Cremes verschrieben. Die dort eingesetzten Wirkstoffe gegen atopische Dermatitis sind entweder antibakteriell oder antientzündlich, die allgemein (bei Kindern sowie Erwachsenen) am Häufigsten verwendeten Wirkstoffe sind: Harnstoff (Urea), Zink, Teerpräparate, Thesit, Triclosan, Chlorhexidin, Vioform und Cortison.

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Salben gegen Neurodermitis

Meist dauert es eine Weile, bis der verträglichste Wirkstoff gefunden wird. Besonders bei Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis, die sich noch nicht durch Sprache mitteilen können, sollte beobachtet werden, wie auf die Wirkstoffe reagiert wird, welche in Cremeform verabreicht werden. Lässt sich ein Kind nur sehr widerwillig eincremen oder weint sogar dabei, kann dies daran liegen, dass die Creme stark brennt. In vielen Apotheken gibt es daher zunächst kleine Probepackungen mit verschiedenen Wirkstoffen zum Austesten (natürlich in Absprache mit dem Arzt).

1. Neurodermitis Cremes und Hautpflege

Die ideale Creme für Kinder sollte für den Tag eine nicht zu stark fetthaltige sein, im Sommer eignet sich eine Lotion mit ausgeglichenem Wasser-Fett-Gehalt. Das Auftragen erfolgt idealerweise zwei Mal täglich am Morgen und am Abend. Um die Hautbarriere im Ganzen zu stabilisieren und sie vor dem Austrocknen zu schützen, sollten auch gesund erscheinende Stellen mit gepflegt werden. Eltern haben oft Angst, dass die Haut ihres Kindes durch das viele Eincremen „zu sehr verwöhnt“ wird, ein Phänomen, das man beispielweise von Lippenpflegestiften kennt: Die Haut wird regelrecht abhängig von der Pflege und schützt sich nicht mehr selbst. Da dieser Schutzmechanismus der Haut bei Neurodermitis Patienten jedoch ohnehin nicht richtig funktioniert, kann man seine Haut also gar nicht zu viel pflegen. Ob Eltern oder Kind – wer eincremt, muss saubere Hände haben, um keine Bakterien oder Keime auf die Haut zu reiben. Am besten die Hände mit schön warmem Wasser waschen, damit das Pflegeprodukt in den Händen schnell warm wird und dann vom Kopf zu den Füßen vorarbeiten. Das Eincremen und das damit verbundene fettige Gefühl auf der Haut ist für Kinder oft störend und ab einem gewissen Alter begeben sich die Sprösslinge schnell in eine Trotzphase und boykottieren die Creme. Da es ein Ding der Unmöglichkeit ist, ein zappelndes Kind ordentlich einzuschmieren, sollten Sie lieber nicht darauf beharren, sondern es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals versuchen. Meist merken die Kleinen auch schnell, dass es ihnen eingecremt besser geht und Hautpflege wichtig ist. Man kann das tägliche Ritual auch zu einem Spiel oder Wohlfühlprogramm mit leichter Massage machen, dann gehört es einfach wie das Zähneputzen zur Morgen- und Abendroutine dazu!

Tipps gegen akuten Juckreiz für sofortige Linderung

Wenn das eigene Kind erneut einen Schub erleidet oder gerade im Moment einen akuten Kratzanfall hat, ist es für Eltern oft schwierig, die eigenen Emotionen zu verbergen. Man leidet mit dem Kind mit und fühlt sich machtlos, würde man doch gern selbst die Krankheit auf sich nehmen oder mit einem Fingerschnipsen wenigstens für ein paar Stunden Erleichterung verschaffen können. Doch es hilft wenig, sich in einen Dauerzustand von Stress und Ängsten zu katapultierten, denn oft sind es kleine Dinge, die dem Kind Erleichterung verschaffen können. Nicht zu unterschätzen ist auch der psychische Aspekt bei Neurodermitis: Sind Sie selbst oft negativ gestimmt oder angespannt, überträgt sich das auf den kleinen Patienten – und Stress führt wie bereits erwähnt zu verschlimmertem Juckreiz. Also heißt es, auch wenn es schwerfällt und oft leichter gesagt ist als getan: Cool bleiben und seinem Kind Sicherheit schenken. Bei letzterem Punkt können schon ein geregelter Tagesablauf sowie ein liebevoller Umgang miteinander in der gesamten Familie helfen.

1. Selbstregulation bei Kindern

Cool bleiben soll nicht heißen, nichts zu unternehmen. Zunächst kommt es auf das Alter des Kindes an; wenn Babys und Kleinkinder, die sich noch nicht durch Sprache äußern können, einen Kratzanfall haben, so sollte umgehend geholfen werden. In jedem Alter erfolgt das Kratzen oft unbewusst als natürliche Reaktion auf den Juckreiz. Im Kindesalter haben aber viele Neurodermitis-Patienten gelernt, dass das Kratzen ihnen Aufmerksamkeit bringt. So kann sich auch eine allgemeine Unzufriedenheit mit kratzen äußern. Das Kind sollte daher in einem gewissen Alter die Möglichkeit bekommen, sich selbst zu regulieren, bevor man helfend beiseite steht – beobachten Sie Ihr Kind daher genau. Für die Selbstregulation kann autogenes Training sehr nützlich sein.

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Tricks beim Umgang mit Kleinkindern bei Neurodermitis

Informieren Sie sich über das Angebot an Entspannungskursen in Ihrer Nähe, die speziell für Kinder gedacht sind und den Kleinen zudem auch großen Spaß machen. Natürlich kann aber in manchen Fällen nur die Mama oder der Papa den Juckreiz lindern. Ein toller Trick ist, sich die kindliche Vorstellungskraft und Phantasie zunutze machen und zur Ablenkung eine verwunschene Notfall-Kiste zusammenzustellen. Durch einen Zauberspruch wird das Pusten zum kühlen Wind, der den Juckreiz verschwinden lässt. Ein kühlendes Glasgefäß ist ein Zauberkristall und die Creme aus dem Kühlschrank wird in einem bunten Töpfchen aufbewahrt, da sie Feenstaub beinhaltet und schnell Linderung verschafft.

2. Bei der Ablenkung ist Kreativität gefragt

Auf die juckende Stelle drücken, klopfen, leicht kneifen oder ein Kühlpad darauf legen helfen außerdem gut. Wichtig ist, dass die Haut nicht aufgekratzt wird. Man kann außerdem als sogenannte alternative Stimulation auf benachbarte, gesunde Hautstellen klopfen. Ebenfalls helfen kann ein fett-feuchter Umschlag, in dem man die Haut nach dem Eincremen mit warmen nassen Baumwoll- oder Leinentüchern umwickelt oder man nimmt ein kurzes Bad mit einem Badezusatz aus antientzündlichen Stoffen (Gerbstoffen). Da man sich bei akutem Juckreiz kaum gegen das Kratzen wehren kann und dies eben immer wieder vorkommt (selbst bei Erwachsenen, die es eigentlich `besser wissen´ sollten), schimpfen Sie nicht, denn Ablenkung klappt viel besser und es werden nicht zusätzlich Stresshormone ausgeschüttet, die zu noch stärkerem Juckreiz führen! Besonders effektiv sind hierbei auch Fingerspiele, Konzentrationsspiele oder ausgiebiges Herumtoben und Auspowern, denn das baut Druck und auch Frust ab. Kinder und Babys mit Neurodermitis plagt besonders nachts oft der Juckteufel, denn unter der Decke oder im Schlafsack ist es warm und nachts schwitzt man daher vermehrt. Neben der schon erwähnten richtigen Kleidung und einer lindernden Creme helfen auch entspannende Schlafrituale, die den Kleinen Sicherheit und Geborgenheit geben. Dadurch entspannen sie und die Juckreizschwelle wird erhöht! Ablenkung und Kratzalternativen schon früh einzuführen lohnen sich, da Ihr Kind nun nicht mehr jedem Juckreiz machtlos ausgeliefert ist und sich nun anders zu helfen weiß als zu kratzen.

Fazit

Es hilft ungemein, sich als Eltern umfangreich zu informieren. Denn ein fundiertes Wissen schützt vor voreiligen und emotionalen Reaktionen, bei denen man dazu neigt, sein Kind übertrieben schützen zu wollen und es damit auch sozial oft abschirmt. Wie bei allem anderen muss man sich von dem Anspruch lösen, den Nachwuchs vor allem Schlechten der Welt behüten zu müssen, denn das funktioniert nicht und schränkt sogar das Kind, das ohnehin schon unter der Neurodermitis leidet, in seinem Sozialleben ein. Verinnerlichen Sie sich auch Folgendes: Damit Ihr Kind so gesund wie möglich und zufrieden ist, müssen Sie auch auf Sich und Ihr eigenes Wohlbefinden Acht geben, denn Sie sind die größte Stütze Ihres Kindes und die Kleinen sind wie ein Spiegel unserer eigenen Emotionen und des Verhaltens, das daraus resultiert. Man verliert nicht seinen Titel als Supermama und Superpapa, wenn man sich ab und zu Hilfe von Familienmitgliedern und Freunden holt, sondern baut sein eigenes Stresslevel ab, was dann wieder dem Nachwuchs zugutekommt. Gehen Sie mit der Krankheit Neurodermitis hoffnungsvoll um, denn es besteht eine große Chance auf ein später symptomfreies Leben!

 

Quellen: Dr. Jürgen Schickinger: Neurodermitis. Der Haut helfen. Stiftung Warentest Berlin 2011. Dr. med. Peri Bergmann-Caucig, Dr. med. Idabel Fell, Univ.Prof. Dr.med. Esther von Stebut-Borschitz: Neurodermitis: 100 Fragen-100 Anworten. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Akademos Hamburg 2010. Dermis. Neurodermitis.: http://www.neurodermitis.dermis.net/content/e287/e466/index_ger.html. Abgerufen am 30.10.2018

Bildrechte: Frau trägt Salbe bei Ekzem an der Ellenbeuge auf © Milton Oswald - www.fotolia.de, Frau juckt die Haut © Gina Sanders - www.fotolia.de, Asthma © Zlatan Durakovic - www.fotolia.de, krankes Kind © S.Kobold - www.fotolia.de, Neurodermitis © DOC RABE Media - www.fotolia.de, Baby untersucht sich selbst die Haut und schaut fragend © Herrndorff - www.fotolia.de, Child with neurodermitis © lisalucia- www.fotolia.de, 


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