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Was ist direktes & indirektes Ertrinken bei Kindern?

Geschätze Lesezeit: 27 Minuten
Inhalt des Artikels:
Junge posiert in roter Badehose und mit Sonnenbrille als Rettungsschwimmer. Dabei sitzt er auf einer Halterung eines Rettungsrings und im Hintergrund ist ein See zu sehen.

Wie kommt es dazu, dass Kinder ertrinken?

Kinder und Wasser – leider übt das lebenswichtige Element nicht nur Faszination bei unseren Kleinen aus. Wie wir sie richtig schützen und was zu beachten ist, finden Sie im folgenden Ratgeber Text. Um Panikmache geht es uns in diesem Ratgeber keineswegs! Vielmehr wollen wir von greenstories über mögliche Gefahren von Wasser für Kinder berichten und Sie aufklären, wie es dazu kommt, dass Kinder ertrinken und wie Sie im Notfall handeln können. Alle Fälle kommen regelmäßig vor, daher ist es uns ein wichtiges Anliegen dies vor der aktuellen Sommersaison in Erinnerung zu rufen. Auch wollen wir Vorsichtsmaßnahmen und präventive Trainings erklären, mit denen wir Eltern, dass Risiko für unsere Kinder minimieren. Laut der letzten Statistik der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken allein im Jahr 2018 elf Kinder im Grundschul- und 15 im Vorschulalter deutschlandweit. 

Ertrinken ist die zweit häufigste nichtnatürliche Todesursache von Kindern. Bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 1 bis 3 Jahren ist es sogar die Häufigste. In den letzten Jahren nahm die Häufigkeit, dass Kinder ertrinken, also in Folge eines Wasser- oder Badeunfalls sterben, erschreckenderweise zu. Den Zahlen der DLRG zufolge starben 2018 61 % mehr Kinder und Jugendliche in Ertrinkungsunfällen als noch im Jahr 2017. Diese blanken Statistiken spiegeln jedoch nicht die verschiedenen Gründe wider, warum Kinder ertrinken, die in erster Linie Altersstufenabhängig und situationsbedingt sind.

Kleines Kind hockt gefährlich nah am Rand eines Gartenteichs.
Prüfen Sie Gefahren auch im heimischen Umfeld

Altersbedingte Situationen

Statistisch ertrinken die meisten Kinder im Babyalter von 1 bis 3 Jahren und das in der häuslichen Badewanne. Über 70 Prozent aller Badewannenunfällen geschehen in einem Alter bis zu 3 Jahren. Dabei spielt die Wassertiefe kaum eine Rolle. Hier reicht schon eine Pfütze: das Baby fällt vorne über, kippt nach hinten oder rutscht den Rand hinunter und liegt mit dem Gesicht unter Wasser. Das Problem dabei ist, dass es uns Eltern nicht bewusst ist, dass diese Kleinkinder sich sprichwörtlich aus Pfütze nicht selbst retten könnten. Warum das ist erklären im weiteren Verlauf. Bei Kleinkindern und Kindergartenkindern überwiegen öffentliche Bäder und Gewässer als Unfallort.

Kinder im Vorschulalter erkunden ihre Umwelt und entdecken die Welt ohne ihre Gefahren zu kennen. Dabei übt Wasser auf Kinder eine große Attraktivität aus und die Kleinen stürzen sich ins Abenteuer. Nicht nur am See oder Pool wirkt das Element Wasser deshalb verlockend auf die Kleinen. Unbedacht nehmen sie Reißaus und stürzen auf die im Sommerlicht schimmernde Wasserstelle zu. Sie fallen in den Teich, klettern in die Regentonne oder stolpern ins Planschbecken. Alles Horrorszenarien, die leider zu oft Realität werden.

Ab Grundschulalter sinkt zwar die Gefahr vor dem Ertrinken. Sie ist aber immer noch die zweithäufigste Todesursache. Dabei ist es egal, ob sie Schwimmer oder Nicht-Schwimmer sind. Denn die Schwimmfähigkeit sagt auch nichts über das Risiko aus. Als „schwimmfähig“ deklarierte Schulkinder können trotzdem ertrinken. Sie überschätzen sich selbst oder werden von Erwachsenen überschätzt. Denn viele Eltern wissen gar nicht, dass ein Seepferdchen nur aussagt, dass sich das Kind 25 Meter lang, einer Kurzbahn im Schwimmsport entsprechend, über Wasser halten kann – wie ist egal. Nach ein paar Minuten Toben im Wasser ermüden Kinder oder bekommen Krämpfe aufgrund von Erschöpfung oder der Kälte des Wassers und beginnen zu sinken.

Tod durch Ertrinken – Warum sterben so viele Kinder durch einen Wasserunfall?

Nicht nur die altersbedingten Situationen bewirken, dass es zu einem Tod durch Ertrinken von Kindern kommt. Fehleinschätzung von Kind und Eltern, ungenügende oder nicht vorhandene Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie fehlende medizinische Kenntnisse oder eine zu späte oder ausbleibende Rettung sind weitere Faktoren. Den meisten dieser Punkte können Eltern aktiv entgegenwirken, weswegen es wichtig ist zu verstehen, warum eigentlich Badeunfälle von Kindern so häufig tödlich ausgehen. Nicht nur schwimmfähigen Kindern schätzen manchmal eine Situation am Wasser falsch ein. Auch ihre Eltern gehen häufig von nicht korrekten Annahmen aus wie, dass das Seepferdchen vor Ertrinken schützt oder das Personal im Schwimmbad oder am Baderessort ihre Aufmerksamkeitspflicht übernimmt. Ganz abgesehen von diesen leicht zu behebenden Einschätzungen, spielt ein viel größeres Missverständnis eine Rolle: Das größte Problem bei jeder Altersstufe ist, dass wir immer davon ausgehen, dass das Kind sich meldet, wenn es ihm schlecht geht, ihm was passiert oder Schmerzen und Not durch Schreien oder um sich schlagen signalisiert. Beim Ertrinken ist das nicht so. Ein Kind fällt ins Wasser fällt und geht einfach unter. Es schreit nicht. Es tritt nicht. Es sinkt wie ein Stein. Da es in eine Schockstarre gerät, wehrt es sich nicht und kann durch den sogenannten Eintauch-Reflex nicht schreien.

Mädchen ist im Kleid ins Wassergefallen und geht unter
Kinder ertrinken, ohne sich bemerkbar machen zu können

Dieser Schutz-Mechanismus ist sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen vorhanden. Damit kein Wasser in die Lunge eindringt, verschließen sich die Stimmritzen und die Stimmbänder sind blockiert. Dadurch kann ein Mensch unter Wasser nicht schreien. Im Schock erstarrt tritt das Kind nicht aus, während es untergeht. Kein Hilferuf und komplette Stille des Wassers – So kommt es, dass über 50 % aller Ertrinkungsunfälle von Kindern unbeobachtet geschehen. Wir Eltern und Erwachsene könnten nur 2 Meter nebem dem in Not geraten Kind, in einem Gespräch verwickelt stehen und würden es nicht bekommmen.

Den tragischen Unfall realisieren wir erst dann, wenn es schon passiert ist und dann entscheidet eine kurze Zeitspanne über Leben und Tod. Nach zwei Minuten unter Wasser verliert das Kind das Bewusstsein. Nach 3 Minuten unter Wasser führt der Sauerstoffmangel zu Gehirnschäden, sodass das Kind selbst nach Rettung vor dem Ertrinkungstod im Koma bleiben kann oder später verstirbt bzw. bleibende Schäden zurück bleiben. Ist das Kind 5 Minuten unter Wasser, ist der Sauerstoffmangel tödlich.

Bemerken wir ein bewegungsloses Kind im Wasser, gilt es sofort zu reagieren. Denn in diesem niedrigen Zeitfenster ist es entscheidend, wie lange die Bergung dauert und wie effektiv die Reanimation ist. Unabhängig von der Wassertemperatur kommt es zur Unterkühlung, bei der die Körpertemperatur stark sinkt. Am bedrohlichsten ist jedoch der Sauerstoffmangel, der trotz Rettung zu einem Hirnödem führen kann, das in fast der Hälfte aller Fälle tödlich ist. Wenige Minuten sind entscheidend. Umso wichtiger ist es zu wissen, dass Kinder lautlos ertrinken und deshalb niemals an Gewässern oder anderen Wasserquellen aus den Augen gelassen werden dürfen.

Im Notfall handeln: Was tun, wenn das Kind unter Wasser ist?

Ist eine Bergung aus dem Wasser im Schwimmbad oder Badesee notwendig, sollten Eltern gut schwimmen können, damit sie beim Rettungsversuch nicht selbst in Notlage geraten. Das Kind sollte schnellstmöglich aus dem Wasser gezogen und in eine Liegeposition gebracht werden. Trotz der Gefahr, um das Kind sollten wir Eltern immer Ruhe bewahren und den Notruf aussenden. Im besten Fall ruft ein Erwachsener den Notruf und ein zweiter leistet Erste-Hilfe mit einer Herzdruckmassage und Beatmung. Für mehr Informationen über eine Erste-Hilfe-Stellung und wie sie bei Kindern anzuwenden ist, wenden Sie sich bitte an Experten oder besuchen bestenfalls Kurse, um im Notfall eingreifen zu können. Auch bei Fällen, indem die Situation nicht Lebensbedrohlich wirkt, wenn beispielsweise Ihr Kind noch bei Bewusstsein ist, wenn es aus dem Wasser gezogen wird, sollten Sie sich vergewissern, dass das Kind auch in der Nachbehandlung medizinisch versorgt und untersucht wird, denn nicht nur das primäre Ertrinken im Wasser kann tödlich enden. Wasser in der Lunge kann zum sekundären Ertrinken führen. Das geschieht zwar sehr selten (in ein bis zwei Prozent aller Ertrinkungsunfälle), doch sollte bei Auftreten einer der Symptome für das Verspätete Ertrinken, die wir im Folgenden Punkt erklären, sofort gehandelt werden.

Tod durch Ertrinken – Was Eltern wissen sollten

Neben dem primären Ertrinken gibt es andere Formen des Ertrinkens, die weniger geläufig sind, aber Eltern bekannt sein sollten. Denn, wenn das Kind vor dem Ertrinken im Wasser bewahrt wurde, besteht eventuell weiterhin Gefahr. Beim Trockenen Ertrinken kann auch nach der Bergung das Kind ersticken. In diesem Fall ist kein Wasser in die Lunge eingedrungen, aber in die Stimmritze, die durch den Eintauch-Reflex verschlossen sein sollte.

Junge ist in einem Schwimmbecken mit dem Kopf unter Wasser
Ertrinkende Kinder fallen in eine Schockstarre

Durch die immer noch blockierte Stimmritze wird das Kind am Atmen gehindert. Sofort sollte Erste-Hilfe geleistet werden und diese bis zum Eintreffen der zuvor gerufenen Sanitäter fortgesetzt werden. Beim Feuchten Ertrinken hat das Kind Wasser verschluckt, das dann in die Atemwege eingedrungen ist. Trotz Bergung aus dem Wasser schwebt das Kind in akuter Lebensgefahr und kann Ertrinken. Auch hier helfen Erste Hilfe Maßnahmen. Neben der Beatmung ist eine Herzdruckmassage von Nöten. Sollten Sie sich hierbei unsicher sein, empfehlen wir, einen Kurs zu belegen. Selbst wenn Ihr Kind hoffentlich nie in Not gerät, ist es nie verkehrt Erst Helfer zu sein. 

Im Vergleich zu diesen Komplikationen, die sofort eintreten, ist das sekundäre Ertrinken viel tückischer. Nach einem scheinbar gelösten Ertrinkungsunfall können Stunden oder sogar Tage später tödliche Folgen auftreten. Bereits zwei Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht verschluckte Mengen an Wasser sind riskant. Das sekundäre Ertrinken kann lange nach dem eigentlichen Unfall zu lebensbedrohlichen Atemproblemen führen und tödlich enden. Kleine Mengen Wasser in der Lunge reichen hierfür aus. Das Wasser schädigt die Lungenbläschen und erzeugt ein Lungenödem. Hierbei sammelt sich körpereigene Flüssigkeit in der Lunge. Die Folge ist, dass nicht genügend Sauerstoff in den Körper kommt und das Kind erstickt.

Für das sekundäre Ertrinken gibt es Anzeichen, die wir Eltern wahrnehmen können. Allerdings sollte schon bei den kleinsten Bedenken und Unsicherheit ein Arzt aufgesucht werden. Zum Beispiel sollte bei verfärbten Lippen das Kind natürlich umgehend in die Notaufnahme gebracht werden. Die Symptome für das sekundäre Ertrinken sind: Erstens das Kind fängt trotz Erholung an zu husten. Zweitens das Kind atmet ungewöhnlich schnell und hat Schmerzen in der Brust. Drittens das Kind wirkt ungewöhnlich teilnahmslos und apathisch.

Sicherheit im und am Wasser - Wie kann man sein Kind vor dem Ertrinken bewahren?

Die Gefahren vom Ausflug ans Wasser sollten Eltern aber nicht davon abhalten das Kind mit ans Wasser zu nehmen. Im Gegenteil: Viel wichtiger ist die Prävention, denn wir alle wollen unsere Kinder vor solchen Unfällen bewahren und Ihnen nicht erst Angst vor Wasser und Hilfslosigkeit antrainieren. Wie Sie Ihr Kind richtig schützen und mögliche Gefahren meiden können, ohne dem Kind Angst vor Wasser beibringen, erfahren Sie im Folgenden. Zunächst einmal ist die Aufsichtspflicht im und am Wasser absolut notwendig. Sie sollen Ihr Kind zwar nicht an die Leine nehmen, aber wenn es in der Nähe von Wasserquellen spielt, ist es wichtig jederzeit auf das Kind zu achten.

Junge mit hellblauem Bade-T-Shirt in den Wellen der See
Kinder am Wasser stets beaufsichtigen

Aufsichtspersonal von Frei- oder Hallenbädern nehmen uns Eltern diese Pflicht nicht ab. Es ist auch nie verkehrt sein Wissen durch Erste-Hilfe-Kurse für den Notfall aufzufrischen und zu erneuern oder selbst einen Schwimmkurs besuchen. Laut der DLRG steigt auch die Zahl der tödlichen Wasserunfälle bei Erwachsenen von Jahr zu Jahr. Ein Zeichen, dass auch wir Eltern nicht mehr richtig schwimmen können. Dagegen können und sollten wir für uns und unsere Kinder proaktiv entgegensteuern. In öffentlichen Zonen wie Bäder und Schwimmhallen sind die Sicherheitshinweise zu beachten. Besonders die Schwimmflügelpflicht für Kinder in manchen öffentlichen Bädern sollte befolgt werden. Auch wenn das Kind schon schwimmen kann, sollten sie es nie unbeaufsichtigt und ohne Schwimmhilfen in tiefere Becken lassen.

Kind mit Schwimmflügeln im Wasser eines Schwimmbeckens
Klassische Schwimmflügel können vom Arm rutschen

Ein junges Kind von vier oder fünf Jahren hat oft keine Kraft sich selbst trotz guter Schwimmtechnik über gewisse Zeit gut über Wasser zu halten. Schwimmflügel sind hier zur Unterstützung hilfreich. Wichtiger noch sind Schwimmkurse, die dem Kind Maßnahmen wie den „Seestern“ beizubringen, bei denen das Kind lernt sich auf den Rücken zu drehen und auf der Wasseroberfläche zu halten, um nicht unterzugehen. Denn auch bei der Verwendung von Schwimmhilfen ist nicht garantiert das nichts passieren kann. Auch hier sollten die Kinder nicht aus den Augen gelassen werden, da die Schwimmhilfen nicht den Kopf über Wasser halten. Achten Sie darauf, dass Mund und Nase über Wasser sind.

Kinder Schwimmen lernen mit Schwimmflügel und Auftriebhilfen

Schwimmhilfen unterstützen Kinder beim Schwimmlernen. Wassergewöhnung ist sehr wichtig, um Kinder vertraut mit dem Element zu machen. Damit Kinder lernen, wie sie sich im Wasser bewegen und wie es sich anfühlt im Wasser zu sein. Dabei ist aber nicht jede Schwimmhilfe sicher. In erster Linie retten Schwimmhilfen Kinder nicht vor dem Ertrinken, sondern können ein trügerisches Gefühl von Sicherheit auslösen. Die Gefahr bei konventionellen Schwimmflügeln, die an den Armen befestigt sind, ist, dass diese beim Eintauchen ins Wasser einfach abgestreift werden können. Auch hier sollten Eltern sich vorher informieren, da schon Lage und Form der Ventile Risiken bergen können. Ganz auf Schwimmhilfen verzichten geht trotzdem nicht, da die Wassergewöhnung auch damit beginnt, dass sich Ihr Kind sicher im Wasser fühlt. Auch wenn Sie sich selbst bewusst sein müssen, dass diese keinen einwandfreien Schutz bieten.

Schlori Schimmkissen mit Seehunden, Seepferdchen, Fischen und einem Oktopus drauf
Schlori Schimmkissen aus Baumwolle ohne Ventile

Auftriebhilfen aus natürlicher Baumwolle eigen sich, um Kinder angstfrei an das Schwimmen zu gewöhnen, indem Eltern etwas Luft rausdrücken, um den Kindern immer mehr das Schwimmen selbst zu überlassen. Am Rücken festgebunden können sie auch nicht einfach abgestreift werden. Lesen Sie mehr über den Nutzen von Schwimmhilfen aus Baumwolle in unserem Blog, hier lesen.

Gefahren von möglichen Ertrinken erkennen

Da selbst kleine Mengen Wasser und ein Moment der Unaufmerksamkeit ausreichen, dass das Unvorstellbare Wirklichkeit wird, sollten bestimmte Gefahrenquellen vermieden werden. Mögliche Gefahren bergen Teiche, flache Gewässer oder auch Regentonnen. Im eigenen Garten sollten diese gründlich abgedeckt oder unzugänglich gemacht werden. Da Kinder erfinderisch und im Kindergartenalter sehr neugierig sind, sollten Abdeckungen oder Schlösser massiv und gut befestigt sein. Außerdem ist auf die nähere Nachbarschaft zu achten. Gibt es womöglich einen Teich im Nachbarsgarten oder eine ungesicherte Regentonne bei den Großeltern? Auch Eimer oder leere Blumenkübel gehören zu den Gefahrenquellen, besonders für wissbegierige Kleinkinder.

Kleiner Junge liegt am Beckenrand eines Pools und schaut über die Kante ins Wasser
Kinder können auch in der Pfütze oder Teich ertrinken

Mit Regen gefüllt und dann auf dem Balkon vergessen, verweilt so eine Wasserquelle gerne ungeachtet bis eventuell der Notfall eintritt. An Ufern und Flüssen gibt es viel zu erkunden und Natur zu bestaunen. Das ist auch gut so und soll auch so sein. Gerade für die Kleinen verbergen sich hier einige Abenteuer und die sollen auch erlebt werden. Besser ist es jedoch stets mit Aufsicht durch Sie. Eltern sollten immer ein Auge auf die Kleinen werfen, wenn diese am Flussbett Kröten fangen oder Steinchen ins Wasser schmeißen. Bäche, Strömungen und Flüsse sind für ältere Kinder zwar nicht mehr so riskante Spielplätze wie im Kindergartenalter, allerdings sollten wir unsere Kinder über deren Gefahren aufklären und ihnen Regeln mitgeben, bevor sie draußen spielen, wenn sich derartige Wasserquellen in der Nähe befinden.

Prävention gegen das Ertrinken von Kindern – ISR vs. Wassergewöhnung

Wie bereits angesprochen ist Wassergewöhnung eine der Maßnahmen, die dabei helfen, die Gefahr für Kinder zu verringern. Das Thema Ertrinken von Kindern und Wassergewöhnung als präventives Mittel hat in den letzten Jahren eine solch starke Bedeutung gewonnen, dass es sehr viele Initiativen gibt, die die Aufmerksamkeit auf diese Problematik erhöhen wollen. Pflegt man die Erfahrung von Kindern mit Wasser, nimmt man ihnen nicht den Badespaß und vermittelt ihnen ein Gefühl für das Wasser, um Ertrinkungsunfälle zu vermeiden. Babyschwimmen kann bereits genutzt werden, um die Kinder gründlich mit dem Element vertraut zu machen.

Dabei ist aber nicht jede Form des Babyschwimmen ein sicheres Konzept. Das ISR Rettungstraining (Infant Swimming Resource), welches in Amerika bevorzugt eingesetzt wird und beispielsweise von der „Live Like Jake“-Stiftung unterstützt wird, ist nicht ohne Risiken. Hier lernen Kinder ab Babyalter sich auf den Rücken zu drehen und den Kopf über Wasser zu halten, also sich selbst vor dem Ertrinken zu bewahren. Diese Methode, die bereits seit 40 Jahren in den USA gelehrt wird, ist in Deutschland sehr umstritten. Die DLRG rät von dieser Methode ab, da trotzdem Wasser in die Stimmritzen oder in die Lunge kommen kann und das Kind verspätet ertrinken könnte. Das Kind wird nämlich für die Übungsmaßnahmen ins Wasser fallen gelassen, um dann den Reflex zu üben, sich auf den Rücken zu drehen. Auch wenn das Kind vorher übt unter Wasser die Luft anzuhalten, da das sekundäre und das trockene Ertrinken bei Kleinkindern hier ein nicht komplett unvermeidbares Risiko bei dieser Methode bleibt, möchten wir ebenfalls von so einem ISR Rettungstraining bei Babys abraten. Außerdem sollten diese Notfälle für die das ISR Training, oder auch „Selbstrettungstraining für Babys“ und „Wassersicherheitstraining“ genannt, konzipiert ist, erst gar nicht eintreten. Sicherer und sinnvoller sind Wassergewöhnung und Schwimmgewöhnungskurse wie sie die DLRG anbietet, bei denen die Kinder auch Spaß am Wasser haben dürfen und sollen.

Wie Kinder schwimmen lernen

Wassergewöhnung ist der erste unverzichtbare Punkt, um ihr Kind präventiv zu schützen. Die Kinder sollten aber nicht nur früh ans Wasser gewöhnt werden. Der regelmäßige Kontakt mit Wasser ist ebenso wichtig. Ohne eine gewisse Routine entwöhnen sich die Kinder. Das heißt, das Kind muss immer wieder mit Wasser in Kontakt kommen. Der zweite unverzichtbare Punkt ist, dass Kinder eine Schwimmfähigkeit entwickeln müssen. Die Schwimmfähigkeit ist nicht durch das Seepferdchen gewährleistet. Das Seepferdchen bescheinigt nur die Wasserbewältigung, also das Kinder sich für einen Zeitraum über Wasser halten können. Schwimmfähigkeit bedeutet, dass Kinder nicht nur mit dem Wasser vertraut, sondern auch in der Lage sind ihre Kräfte selbst einzuschätzen und sich zielgerichtet im Wasser ohne Hilfsmittel zu bewegen. Von der Wassergewöhnung und Wasserbewältigung aus ist es also ein sehr großer Schritt bevor das Kind wirklich schwimmfähig ist. Hierzu sind Schwimmkurse unerlässlich! Diese helfen dem Kind auch zu lernen, wie sie die Schockstarre sowie panischen Reflexe überwinden und sich im Notfall selbst vor dem Ertrinken bewahren können, indem sie sich beispielsweise in „Seestern“ Form über Wasser halten bis Hilfe kommt. Hier die Reihenfolge, in der Kinder Schwimmfertigkeit ausbauen: Wassergewöhnung, Wasserbewältigung, Wassersicherheit, Schwimmfähigkeit. Erst ein schwimmfähiges Kind kann sich selbst vor dem Ertrinken retten. In aller Kürze haben wir folgende Hinweise zur Prävention für Sie festgehalten: Prävention gegen das Ertrinken von Kindern:

  • Kinder niemals unbeaufsichtigt in der Nähe von Wasser lassen! Auch ein Geschwisterkind ersetzt keine Aufsicht durch einen Erwachsenen
  • Babys und Kleinkinder in der Badewanne niemals unbeaufsichtigt lassen, auch nicht nur für einige Minuten
  • Stürze in Badewannen vermeiden durch rutschfeste Böden, farbige, abgerundete Kanten und Stufen sowie sichere Ansaugöffnungen
  • Gefahrenquellen wie Gartenteiche, Regentonnen, Wassereimer usw. absichern oder versperren
  • In Schwimmbädern Kinder immer im Auge behalten
  • Auftriebhilfen und Schwimmflügel als Unterstützung zum Schwimmen lernen und schwimmen
  • Erste-Hilfe-Kurse oder Rettungsschwimmkurse für Notfälle belegen
  • Wassergewöhnungskurse für Kinder und frühe Schwimmschulung (ab 4 Jahren) mit Kindern besuchen
  • Regelmäßig mit Kindern ins Wasser gehen für Wassersicherheit
  • Schwimmfähigkeit mithilfe von Schwimmkursen erlernen
  • Generell größere Fitness der Kinder anstreben
  • Kinder Baderegeln früh lehren – hier können wir empfehlen die Seite des DLRG empfehlen, der die Baderegeln auch als Lied und Rap anbietet, hier klicken.

Nach bestem Gewissen haben wir diese Informationen für Sie zusammengetragen. Bitte beachten Sie, dass Sie in kritischen oder gesundheitsgefährdeten Situationen IMMER einen Notruf tätigen oder einen Arzt oder Krankenhaus besuchen!

 

 Dieser Beitrag wurde am 5.7.2019 veröffentlicht.

 

Quellen:

 

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  • petit garçon apprenant à nager "#24930150" © MurielleB – stock.adobe.com / 
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  • Little toddler playing near a pond  "#221972704" © LoloStock – stock.adobe.com / 
  • Kind - Junge badet im Meer bei hohen Wellen - Wellengang - Ostsee  "#215282255" © alisseja – stock.adobe.com / 
  • enfant au bord d'une piscine  "#74956366" © AlcelVision – stock.adobe.com / 
  • enfant sans surveillance à la plage "#52039733" © Eee'onore H– stock.adobe.com / 
  • Girl from the fairy tale, she sinks.  "#109587102" © AlcelVision – stock.adobe.com

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