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Ratgeber Sicherheit beim Spielzeugkauf

Unbedenkliches Baby- und Kinderspielzeug ohne Schadstoffe kaufen,
ist schwieriger als Gedacht!

 

Schnell könnte man sich fragen, wozu noch ein Ratgeber über Baby- und Kinderspielzeug, welcher am besten mit großen Schlagzeilen vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen warnt, nötig ist. Wo doch in Deutschland gekauftes Spielzeug ohnehin einem der strengsten Gesetze und Normen für Spielzeugsicherheit unterliegt. Diese Frage ist gar nicht so abwegig, wenn da nicht die Gegenfrage aufkäme, wie die Einhaltung der, für die Sicherheit verantwortlichen Gesetze, überhaupt gewährleistet wird, auf die Eltern sich verlassen möchten. Der Ratgeber beantwortet Fragen ob zum Beispiel Spielwaren überhaupt geprüft werden müssen, bevor sie in Deutschland verkauft werden dürfen oder ob es ein Zeichen für sicheres Spielzeug gibt sowie worauf Eltern beim Kauf achten können und worauf Sie sich nicht verlassen können.

 

Dieses Problem entsteht dann, wenn der Wunsch nach sicherem Spielzeug gehegt wird.

Das den Spielzeugherstellern an möglichst hohem Umsatz gelegen ist, liegt in der Natur der Sache und ist auch grundsätzlich nicht verwerflich. Bedenklich wird es jedoch, wenn es um Gewinn-Maximierung geht. Dann entsteht schnell der Druck eine möglichst hohe Menge abzusetzen, was wiederum oft über einen niedrigen Verkaufspreis gesteuert wird. Dies setzt jedoch wiederrum einen besonders effizienten Herstellungsprozess voraus und/oder die Verlagerung an günstigere Produktionsstandorte und den Zukauf immer günstigerer Materialien. Dabei wird es weniger überraschen, dass kein anderes Land als China unangefochten und mit großem Abstand auf Platz 1 der Herkunftsländer der in der EU verkauften Spielwaren liegt. 86 Prozent aller importierten Spielwaren kommen von dort über die Importwege in die EU und letztlich zu einem gewissen Anteil auch in die Regale nach Deutschland.  

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China belegt Platz 1 der EU-Spielzeugimporte. Grafik auf 2 Länger beschränkt, vgl. Quelle


Noch deutlicher wird der Anteil der Spielwaren, welche nicht in Deutschland produziert sind, wenn die folgende Grafik genauer betrachtet wird. Sie zeigt die Werte der in Deutschland eingeführten Spielwaren, aus dem Jahr 2014, welche  ca. 1,92 Milliarden EURO ausmachen.

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Importwerte in EU von deutschen Spielenwaren Importe sowie Exporte, vgl. Quelle

Ein ähnliches Beispiel zeigt das Importvolumen von in Deutschland eingeführten Plüschtieren. Allein im Jahr 2014  wurden so über 12.600 Tonnen an Plüschwaren die Einfuhr nach Deutschland gewährt. Allesamt wurden aus Niedriglohnländern importiert, wenn man den Angaben aus dem  ÖkoTest Magazin 12.2015 folgt, welche Bezug auf ermittelte Werte des Statistischen Bundesamtes nehmen.[1]

Aber warum sind diese Daten auch für "Otto-Normal-Verbraucher"-Eltern so wichtig zu wissen und was bedeutet es für die Suche nach dem passenden Weihnachts-, Geburtstags- oder Ostergeschenk für ein Kind?

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Es bedeutet, die Suche nach guten Spielwaren wird schwieriger als gedacht und dabei spielt es keine Rolle, ob Sie konventionelles oder ökologisches Spielzeug suchen. Nicht nur ausländische Hersteller und Marken lassen  in Fernost produzieren, sondern auch viele einheimische Unternehmen und bekannte Marken. Für ein importiertes Spielzeug ist es lediglich notwendig, das „CE“ Kennzeichen auf dem Produkt anzubringen, um es über den europäischen Markt in den Handel zu schleusen. Da es sich hierbei nur um eine bloße Verpflichtungserklärung handelt, bestimmte Mindestanforderungen einzuhalten, kann diese quasi erst einmal jeder Hersteller pauschal an seinen Produkten anbringen. Dabei kann es sich ebenfalls um Toaster, Laufräder oder Werkzeuge sowie Maschinen handeln. Einen Produkttest setzt die Eigenvergabe grundsätzlich erstmal nicht voraus. 

 

Sicheres Spielzeug kann nur so gut wie die Kontrollen sein

Auf diese Weise gelangen also schnell Produkte in die Läden und Märkte, ohne das es je eine Überprüfung gegeben haben muss. Bestehen an der Sicherheit Zweifel oder soll die Einhaltung der Anforderungen an das Produkt für eine CE-Kennzeichnung sichergestellt werden, bedarf es einer nachträglichen Nachweisführung.

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Zwar soll vor Anbringung der CE Kennzeichnung ein eigener Test auf die Einhaltung der jeweiligen EU Norm, für Spielzeuge ist es die 2009/48/EG & 88/378EWG, durchgeführt werden, jedoch ist dies kein zwangsläufiger Schritt, da die Kennzeichnung ja vom Hersteller selbst am Produkt erfolgt und somit der Prüfschritt auch übergangen werden könnte.

Geprüft werden könnte somit die Einhaltung erst dann, wenn eine Marküberwachungsbehörde die Dokumentation des Herstellers über die CE Vergabe abruft oder das Produkt selbst testet. In Deutschland sind dafür die Länder nach Maßgabe des Produktsicherheitsgesetzes in der Verantwortung. Je Bundesland ist eine zuständige Behörde mit der Marktüberwachung beauftragt. [2]

Erstmals in 2012 gab es für Hessen eine prüfpflichte Quote von 0,5 Prüfungen pro 1000 Einwohner, was für Hessen gerade mal 3000 Prüffälle bedeutet. Das gilt jedoch für sämtliche Produkte und ist nicht auf solche für Babys oder Kinder begrenzt.[3]  Somit teilen sich die Prüfvorgänge auf verschiedenste Produktprüfungen auf, womit auf Spielwaren nur noch ein ganz kleiner Anteil fallen.

Ein Beispiel: von den im ersten Prüfjahr getesteten 25 „mundbetätigten Spielzeugen“ erfüllten 68% die zutreffende Spielzeugrichtline nicht.[4]  Das bedeutet, dass mindestens 6 von 10 Baby-und Kinderartikel dieser Art durchgefallen sind.

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Ein weiteres Beispiel führt das Verbraucher-Magazin ÖKOTEST an. Danach stehen dem Kontrollorgan in Rheinland Pfalz 15  Fachkräfte zur Verfügung, welche die am Markt verfügbaren Produkte auf Einhaltung der Bestimmungen nach dem Produktsicherheitsgesetz überprüfen. Doch auch hier ist es so, dass sich diese Ressourcen auf verschiedenste Produktgruppen aufteilen. Erneut bleibt für den Bereich der Spielwaren ein verschwindend geringer Teilbereich übrig. In der Anzahl an Arbeitsplätzen ausgedrückt, steht für die Überwachung von Spielgeräten in Rheinland Pfalz gerade mal eine ¾ Stelle zur Verfügung.  Es ist kaum anzunehmen, dass in den anderen Bundesländern mehr Ressourcen konkret für diesen Warenbereich zur Verfügung stehen.

 

Die Unsicherheiten für Eltern fangen schon bei der gesetzlichen Basis an

Fraglich ist, in wie weit Eltern auf die aktuelle Fassung [5] der EU-Spielzeug-Richtlinie als Schutz für Ihre Kinder vertrauen können, da sie letztlich auch die Anforderungen für die heimischen Spielwaren und deren Hersteller vorgibt.Zwar wurden 55 Duftstoffe, welche ggf. für die Auslösung von Allergien verantwortlich sein sollen, verboten, jedoch müssen weitere 11 lediglich gekennzeichnet werden. Grenzwerte wie z.B. für Quecksilber werden von 60 Milligramm/kg auf 94 Milligramm/kg und  für Antimon von 60 mg/kg auf 560 mg/kg angehoben.[6] Dazu kommen Ausnahmen, wie z.B. Kinderschmuck, welche gar nicht unter der Richtline fallen und somit keine dieser Grenzwerte gelten.

 

 

Uneinigkeit gibt es jedoch auch bei der Bewertung und bei der Ermittlung der erlaubten Grenzwerte der Schadstoffe durch Schwermetalle, zwischen der deutschen Sichtweise und die der EU angewandten Methoden. Während Deutschland auf die sog. Bioverfügbarkeit abstellt, welche angibt welche Menge an Schadstoffen maximal beim Spielen vom kindlichen Körper  pro Tag aufgenommen werden darf, prüft  die  EU nach der Migrationsgrenzwerte-Methode. Dazu folgende Erklärung[7]:

 

Bewertungsmethoden von Schadstoffen: EU-Methode vs. deutsche-Methode

Migrationsgrenzwert-Methode: 

Bio-Verfügbarkeits-Methode: 

Zunächst wird bei dieser Form der Prüfung die Einhaltung der Werte direkt am Spielzeug vorgenommen. Also die Menge an Metallen, welche aus dem Material aus dem das Spielzeug besteht, freigesetzt werden darf.  Dabei wird in der Beschaffenheit des Stoffes, ob fest, flüssig oder abschabbar unterschieden.

Bei der deutschen Risikoprüfung wird dagegen geprüft, welche Mengen an Schadstoffen pro Tag beim Spielen aufgenommen werden dürfen, wenn ein Mix aller Material-Beschaffenheiten angenommen wird.  Diese Herangehensweise setzt voraus, dass Kinder Metalle in den verwendeten Materialien oder Farben durch Verschlucken des Materials in sich aufnehmen. Die Ausgangswerte berücksichtigen dabei, dass Menschen bereits durch Nahrung, Hausstaub und Trinkwasser feine Mengen dieser Stoffe zu sich nehmen.

 

Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Methoden ist bereits aus diesen Gründen nicht möglich und bedarf der Umrechnung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nimmt deshalb an, dass die Grenzwerte aus der EU-Methode zur Bestimmung des Schutzniveaus für Kinder auf die sog. Bioverfügbarkeiten zurück gerechnet werden müssen. Doch genau die verschiedenen Sichtweisen auf die Umrechnung sind der Grund für den Rechtsstreit zwischen Deutschland und der EU. Es besteht somit leider keine Einigkeit über das, was wichtig wäre, nämlich die Grenzwerte über all die Stoffe, die beim Umgang mit Spielzeug, unabhängig vom Material, letztlich vom Kind aufgenommen werden.

 

Deutschland klagt gegen die EU und forderte die eignen, nationalen Grenzwerte beibehalten zu dürfen und führte an, bei einer Umrechnung von Bioverfügbarkeitsgrenzwerten auf Migrationsgrenzwerten auf folgende Werte zu kommen und damit für niedrigere Grenzwerte für bedenklichen Stoffen einzustehen.

 

Vergleich der Bioverfügbarkeitsgrenzwerte gemäß der 2. GPSGV mit umgerechneten Migrationsgrenzwerten der Spielzeugrichtline 2009/48/EG

Elemente

Bioverfügbarkeits-Grenzwert gem. § 10 Abs. 3 der 2. GPSGV 2011

Umgerechneter Bioverfügbarkeitsgrenzwert gemäß Anhang II Teil III Nr. 13 der Richtlinie 2009/48

 

μg/Tag unabhängig von der Konsistenz des Spielzeug-Materials

μg/Tag in trockenen Spielzeug-Materialien je100mg/Tag

  μg/Tag in flüssigen Spielzeug-Materialien je
400mg/Tag

μg/Tag in abgeschabten Spielzeug-Materialien je
8mg/Tag

Antimon

0,2

4,5

4,5

4,5

Arsen

0,1

0,38

0,36

0,38

Barium

25

450

450

448

Blei

0,7

1,35

1,36

1,3

Quecksilber

0,5

0,75

0,76

0,76

 

Im gesamten Verfahren und der Klage führte dagegen die EU die folgende Übersicht ins Feld, welche auf ihre Bewertungsmethode abzielt und die Werte der alten Norm EN 71-3 in Migrationsgrenzwerte umrechnet. Danach soll deutlich werden, dass die von Deutschland auch weiterhin geforderten Grenzwerte „nur“ im Bereich der abgeschabten Materialien strenger seien als die, der neuen EU-Richtlinie.

 

Grenzwertermittlung anhand der Norm 71-3 auf Basis der Migrationsgrenzwerte durch die Europäische Kommission

Element

Flüssige Materialien Migration (mg/kg)

Trockene Materialien Migration (mg/kg)

Abgeschabte Materialien Migration (mg/kg)

Notifizierte Maßnahmen Bioverfügbarkeit (µg)

Notifizierte Maßnahmen umgewandelt in Migrationsgrenzwerte (Norm EN 71‑3) (mg/kg)

Antimon

11,3

45

560

0,2

60

Arsen

0,9

3,8

47

0,1

25

Quecksilber

1,9

7,5

94

0,5

60

 

Wird unterstellt, was nahe liegt, dass die meisten Spielzeuge aus festen Materialien bestehen, wie Puppenhäuser, Autos, Bauklötze und somit Lacke oder ähnliches „abschabbar“ sind, dann gelten, unabhängig der Methoden, seit 2013 in Deutschland ungünstigere Grenzwerte für Schadstoffe in Spielzeugen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält am ursprünglichen Ergebnis fest, dass nunmehr eine Erhöhung des gesundheitlichen Risikos für Kinder und damit eine Verschlechterung des Gesundheitsschutzniveaus vorliegt.7

Da jedoch Deutschland mit seiner Klage gegen die Europäische Kommission unterlag, müssen die  insgesamt festgesetzten Grenzwerte der EU zukünftig Beachtung finden. Beim Stoff Blei bleibt es aufgrund eines Verfahrensfehlers bei den deutschen Grenzwerten und bei Barium wurden die EU Grenzwerte noch im Verfahren selbst verschärft.

 gift-stoffe-im-spielzeug-nicht-sichtbar-fuer-eltern


Ein weiterer Grund für die verlorene Klage war die Annahme, dass die deutsche  Argumentation unwahrscheinlich sei, dass ein Kind mit Spielzeugen aus allen o.g. Beschaffenheiten am selben Tag in Kontakt kommt.[8]  Ein Beispiel, dass jedoch die Frage aufwirft, ob es wirklich so unwahrscheinlich wäre, dass Kinder z.B. an einem Sommertag wirklich nicht mit einen Seifenblasenspiel, dann mit Straßenkreide und am Abend mit einem Puppenhaus spielen würden. Denn bei diesem Beispiel kommen alle drei Materialbeschaffenheiten, wie flüssig, fest mit Staubanteil und abschabbar vor, zusätzlich zu dem, was Menschen bereits durch Nahrung und Hausstaub etc. aufnehmen

Letztlich sollte es für Eltern und die Spielzeugsicherheit, weder um Umrechnungsfaktoren oder Laborgenauigkeiten gehen, sondern vielmehr um ein Ziel mit Weitsicht einer bestmöglichen Vermeidung von als gesundheitsschädlich bekannten Stoffen.  Zudem sollte es nicht das Ziel sein, auf den Stand des produktionstechnisch-machbaren der letzten Jahre oder bestenfalls von  heute abzustellen, sondern nach dem möglichen Produktionsstandard von morgen zu streben. Eine interessante Zielstellung ist zudem die Prüfung der Verpflichtung, Spielzeuge mit Lebensmittelverpackungen hinsichtlich erlaubter Grenzwerte gleich zu stellen.  

 

Muss Spielzeug von unabhängigen Prüfinstanzen geprüft werden?

Wie bereits am Beispiel mit der freiwilligen Eigenvergabe des CE-Kennzeichens dargestellt, gibt es keine Pflicht oder Regelungen dazu, dass ein Spielzeug vor dem Verkauf durch einen unabhängigen sachverständigen Dritten geprüft werden muss. Nach Angaben der Bundesregierung wurde eine solche verpflichtende Drittprüfung als Vorschlag in die neue Spielzeugrichtlinie eingebracht, jedoch von der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten abgelehnt. Warum eine für Eltern hilfreiche Vorabkontrolle ablehnend behandelt wird, bleibt offen. Denn erneut wird es so den Eltern aufgebürdet, ohne grds. Tiefenkenntnisse in Chemie und ohne ein mobiles Labor in der Handtasche, die richtige Kaufentscheidung für schadstofffreies Spielzeug vor dem Regal zu treffen.

Das im August alternativ geschaffene Informations- und Rückrufportal der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) soll eine zentrale Anlaufstelle für jedermann darstellen, um sich bezüglich Produktgefährdungen zu informieren. Dieses Portal ist zugänglich unter

 

chemie-in-spielzeug-gefahr-fuer-kinder

 

Ob allerdings Eltern ohne eine leichtverständliche Such-Filter-Struktur in über 50 Reporten die nützlichen Warnungen finden, muss stark bezweifelt werden.

Letztlich soll Aufklärung die Lösung für mehr Verbrauchersicherheit sein, jedoch kann auch hier nur oberflächlich informiert werden. Keinesfalls wird es der Bundesregierung möglich sein, ohne zu tief markregulierend einzugreifen, über  Produkte oder Hersteller umfangreich zu informieren, sodass diese letztlich als Quelle ebenfalls ausscheidet. Eltern bleiben so weiterhin auf der Suche nach geeigneten Hilfen für einen unbesorgten Einkauf alleine.[9]

                                       

 

Nach welchen Prüfzeichen und Siegeln können sich Eltern bezüglich Spielzeug richten?

Grundsätzlich ist ein Prüfzeichen aufschlussreich, dass Bezug nimmt auf einen für den Erhalt des Siegels durchzuführenden Test.  Das Zeichen „GS“, stehend für „geprüfte Sicherheit“, setzt zumindest eine Überprüfung durch einen unabhängigen Dritten voraus. Diese Prüfstellen sind bei diesem Siegel stets mit anzugeben und somit als Quelle ersichtlich. Zumeist ist es eine Einrichtung des TÜV’s. Je nach Prüfzeichen wie „Schadstoffgeprüft“ oder „Bauart geprüft“, wird nach eigenem Standard oder auf Basis der Vorgaben europäischer Richtlinien geprüft. [10]

 

Doch hier liegt zugleich eine weitere Schwierigkeit verborgen. Wird für die Vergabe von GS Zeichen auf einem Spielzeug u.a. nach den Werten aus der europäischer Richtlinie geprüft, schließt sich der Kreis zur vorbenannten Diskussion wieder, um die Höhe des Schutzes durch die neuen Grenzwerte und alternativen Bewertungsmethoden, wie dargestellt. Für Eltern mit strengen Anforderungen an die Inhaltsstoffe von Spielzeugen, wird es auch hiermit keinen Freibrief für einen unbesorgten Einkauf geben. So führt selbst der TÜV Rheinland ein spezielleres Siegel „Green Product“ mit auf, welches sich konzentriert den chemischen Inhaltsstoffen widmet.

 

Abgesehen von den Inhaltsstoffen, gibt ein GS Zeichen dennoch erst einmal einen nicht unwichtigen Hinweis auf die Verarbeitung und kann damit eine erste Orientierung bieten.

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Geht ein Spielzeug in Richtung Greifling, Plüsch- oder Stofftier, dann wird es für Eltern erfreulicher Weise schon einfacher. Denn im textilen Bereich gibt es schon eher anerkannte und überprüfbare Zertifizierungen, welche auch im Bereich der Bekleidung den Eltern als verlässliche Indikatoren dienen können. Als die wichtigsten sein „GOTS“ - der Global Textil Standard, „IVN“ - der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. und das Siegel "Soil Association Organic" genannt. Weißt eine Spieluhr, Rassel oder ein Beißring ein solches Siegel auf, dann ist für Eltern über die am Siegel befindliche Zertifikatsnummer die Gültigkeit und Einhaltung der strengen Bio-Anforderungen, über die jeweilige Datenbank, schnell prüfbar. Prüfbar ist damit die Verwendung schadstofffreier Materialien und der Verzicht auf kritische Zusätze. Da sich diese „Bio-Siegel“ auf die ökologischen Stoffe und auf umweltfreundliche sowie soziale Herstellung konzentrieren, muss dennoch weiter auf die Spielzeugsicherheit in Form qualitativer Verarbeitung geachtet werden. 

 

Die Möglichkeiten der Eltern auf der Suche nach sicheren Spielwaren

Der Markt, ob im stationären Handel, Ladengeschäft oder online in zahlreichen Shops, ist voll mit Spielwaren und deren Anpreisungen. Eltern bleibt zum aktuellen Zeitpunkt nichts weiter übrig, als sich ein Stück weit vor zu informieren. Zum Einen über den Hersteller und zum Anderen über das begehrte Produkt selbst. Hierzu hilft es sehr, sich über das Internet über die Marke, den Produktionsstandort und die Unternehmens-Philosophie zu informieren. Doch Vorsicht vor "green-washing", viele Konzerne wittern hier ihr großes Geschäft. Daher gilt es kritisch zu hinterfragen, wenn ein, sonst in Billig-Lohn-Ländern produzierendes Unternehmen, nur eine Serie an „grünen“ Produkten auf den Markt bringt. Vielmehr geben Unternehmen Aufschluss, deren ökologische als auch sozialen Bemühungen über Jahre hinweg nachvollziehbar fortbestehen und im Einklang mit der Gesamtausrichtung des Unternehmens stehen.

 

Ob Ladengeschäft oder Shop, ein hoher fachlicher Informationsgehalt über Marke und Produkt sind ebenfalls ein guter Indikator für kritische Eltern. So heißt es immer wieder Nachfragen, Nachfragen und nochmals Nachfragen! In einem (online-) Fachmarkt für Babyprodukte kann erwartet werden, dass die Verkäufer und der Kundenservice auch auf tiefer gehendere Fragen nachvollziehbare Antworten parat haben und sich nicht der kurzen Verpackungstexte bedienen.

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Dagegen sind Märkte, Stände oder Shops mit „selbstgebastelten“ Babyprodukten mit besonderer Sorgfalt zu betrachten. Hier gibt es im Internet bekannte Anlaufstellen, welche eigen-hergestellte Produkte anbieten. So bezaubernd und persönlich viele der dort beworbenen Produkte sind, sind sie in der Regel von Privat-Personen, oftmals ohne Vorbildung im Bereich der Spielzeugsicherheit und Normen, hergestellt worden. Ob Schnullerketten, Greiflinge oder gar Kuscheltiere, sie alle unterliegen erhöhten Anforderungen an die Verarbeitung und die Prüfkriterien. So werden zum Beispiel professionell und hochwertig hergestellte Spieluhren mit verstärkten Fäden, von langjährig erfahren Näherinnen hergestellt, um sicherzustellen, dass die Nähte durch die Zugbelastung beim Aufziehen nicht reißen und verschluckbares Füllmaterial austritt.  Ähnlich die Greiflinge, welche oft aus verschluckbaren Kleinteilen, wie Perlen, Ringen oder Glöckchen zusammengestellt werden. Sind hier die Fäden oder Knoten unzureichend, besteht ernsthafte Gefahr für jedes Baby.

 

Auch Kuscheltiere oder Spielzeug mit langen Schnüren werden schnell zu einer unterschätzten Gefahr. Zudem fehlt es nicht weniger oft an den nötigen Warnhinweisen, ganz zu schweigen davon, dass die Herkunft der verwendeten Materialien weder gekennzeichnet noch prüfbar ist. Die Schwierigkeit sicheres Spielzeug herzustellen, ist z.B. an den immer wieder vorkommenden mangelhaften Testergebnissen, selbst namhafter Hersteller, in den Verbraucher-Magazinen heraus zu lesen. So fallen Spielzeuge immer wieder wegen abgebrochener oder sich schnell lösender Kleinteile auf oder überstehen die Zugprüfung nicht. Die hohe Fertigungsgenauigkeit und den Erfahrungsschatz vermag eine Privatperson nur schwer aufzubringen.

 

Zusammenfassung für Eltern, die vieles hinterfragen.

Fest steht, dass es aktuell keine verpflichtende Kontrolle für die Einhaltung der Spielzeugsicherheit durch die Hersteller gibt. Zudem besteht ein europäischer Streit über das Schutz-Niveau von Grenzwerten sowie deren Bewertung gesundheitsschädlicher Bestandteile in Spielzeugen. Noch dazu erschweren Ausnahmen, wie Kinderschmuck von den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie, selbst belesene Eltern die Suche zusätzlich. Eltern können somit auf kaum brauchbare Hilfen oder immer verfügbare Informationsquellen zurückgreifen, um sicheres und schadstofffreies Spielzeug aus dem Überangebot heraus zu filtern. Vielmehr bedarf es einer solchen aufwendigen Vorarbeit die Philosophie der Hersteller zu beleuchten, um letztlich Anhaltspunkte für eine Produktbewertung zusammen zu tragen. Eltern wird damit quasi die Pflicht auferlegt, im Nebenberuf als Chemiker und Sachverständiger für Spielzeug-Sicherheit aufzutreten, wenn bei diesen das nachvollziehbare Interesse besteht, nur unbelastetes Spielzeug für das eigene Kind zu erwerben. Das sind Hürden die keine Eltern überwinden können und sollten. 

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Da die Gefährdung oft unsichtbar und auch meist nicht zu erriechen ist, ist eine schnelle Kaufentscheidung nur anhand der Produktinformationen am Produkt selbst fasst schon ausgeschlossen. Auch können der Preis und die Herkunft keine Hilfestellung bieten, über das für und wider abzuwägen. Angebote von Privatpersonen bzw. selbst-hergestelltes Spielzeug sind ebenfalls sorgfältig zu hinterfragen, da bezogen auf die Spielzeugsicherheit, oft die Mindestanforderungen unberücksichtigt bleiben und die Verwendung oder Herkunft der Materialien noch einmal mehr im Verborgenen liegen. 

Solide Hersteller mit langjähriger ökologischer Ausrichtung scheinen insgesamt der beste Indikator für Eltern und solchen, die es werden wollen, zu sein. Eine grüne Produktlinie reicht oft dafür jedoch nicht aus! Ist aber ein Hersteller über Jahre hinweg darüber hinaus auch noch sozial engagiert, scheint eine nachvollziehbare Grundausrichtung, neben der Fach-Expertise für hochwertiges Spielzeug, vorzuliegen. Diese sind natürlich nicht die Masse, aber eine Reihe an unbedenklichen Produkten verdienter Hersteller gibt es hier.

Möchten Sie mehr erfahren, hier haben wir für Sie weiteren Beitrag zum Thema " Schadstofffreies Kinderspielzeug mit weiteren Intressanten Video.

 

ratgeber-quellen


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  • Toller Bericht!

    Da haben mal wieder unsere Politiker mehr versprochen und gewart, als sie einhalten oder umsetzen konnten! Und nun? Fühle mich als junge Mutti nun völlig im Stich gelassen vor dem Verkaufsregal!

    Habe ich oben das Video von Monitor TV richtig verstanden: 1 Stunde mundeln von Spielzeug z.B Babygreifling am Tag entspricht 40 Zigaretten??? Ach du ....

    Daher ein Riesen Dankeschön an greenstories für eure Arbeit und Aufklärung!!! Somit habe ich eine Riesen Sorge weniger beim einkaufen ( in eurem Mega tollem shop) und mehr Zeit für mein Kind.

  • Erschreckende Realität

    Wir werden von unserer Familie und Freundeskreis sehr stark belächelt, dass wir uns um gutes Spielzeug so stark bemühen und lieber viel weniger unserem Kind geben als die anderen. Obwohl wir wenig Einkommen haben achten wir auf schadstofffreies Spielzeug und kaufen lieber 1 ein gutes Klopfspiel als 2 billige.

    Ich werde diesen wirklich guten Beitrag mit Videos an unsere Bekannten weiterempfehlen, denn die Krebsrate steigt rasant an, dass kann und sollte keinem Elternteil egal sein! Und wir können etwas mit unserem Kaufverhalten dagegen tun - unseren Kindern zu liebe.

    Danke an greenstories - Ihr macht eure Arbeit wirklich super und seit sehr informiert - das haben wir im letzten Gespräch deutlich gemerkt - daher - weiterso!!!