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Warum es bei Oma und Opa schöner sein darf!?

Zwischen Unterstützung und Respekt -
Das Engagement unsere Großeltern in Sachen Kinderbetreuung 

 

 

Früher war alles einfacher! Das ist wohl eine der Thesen, die man überall und zu jedem Bereich hört. Doch war die Erziehung früher wirklich leichter, gab es früher mehr Unterstützung bei der Erziehung und Kinderbetreuung durch die Großeltern?

 

Wenn man den Statistiken aus dem Jahr 2014 glauben darf, dann stellten sich 34 Prozent der befragten Großeltern für die Betreuung der Enkel zur Verfügung. Eine Quote, welche sich seit vier Jahrzehnten nicht verändert hat. Die heutige Elterngeneration, also wir, wünscht sich mehr Unterstützung von den Großeltern, sei es durch „bloße“ Kinderbetreuung oder gar in Sachen Erziehung und dem täglichen Leben. Zudem ist man der Meinung, dass das Nachgehen eines regulären Arbeitslebens mangels politischer Unterstützung ohne Hilfe der eigenen Eltern nicht bewerkstelligt werden kann.

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Wer kennt es nicht, ein früher Anruf von der Arbeit: "… es sei ganz dringend, man müsse sofort erscheinen…" oder der Kindergarten hat einen freien Tag, streikt oder die Betreuung fällt aufgrund einer neuen Magen-Darm-Erkrankungswelle aus. Dann ist die Wunschvorstellung, die Oma noch am frühen Morgen aus dem Bett zu klingeln und die "Notfallbetreuung" zu aktivieren. Wer kann dies verübeln? Aber wer kann es dann Oma und Opa verübeln, dass diese sich wiederum nicht ernst genommen und respektiert fühlen, wenn eine Kinderbetreuung einfach so erwartet wird, ohne sich nach  deren Plänen und Terminen zu erkundigen.

 

Eines hat sich zu früher grundlegend geändert. Die Großeltern, insbesondere die Omas, haben immer öfters selbst ein langes und hartes Arbeitsleben hinter sich oder sind noch mitten drin. Nach Angaben der OECD sowie einer Umfrage von „BABY und Familie“[1] sind die heutigen Omas bei Geburt des ersten Enkelkindes zwischen 50 - 55 Jahre alt und haben nach statistischer Berechnung noch etwas mehr als 17Jahre bei bester Gesundheit vor sich. Kein Wunder also, dass die Großeltern von heute die vielfältigen Angebote für die 50+ Generation annehmen, die Welt bereisen, Veranstaltungen und andere kulturelle Möglichkeiten wahrnehmen. Schließlich standen genau diese Aktivitäten bis zur Rente aufgrund beruflicher Tätigkeiten und eigener Kinder in der Wichtigkeit zurück. Der Tagesablauf ist entgegen früher ein anderer und verständlicher Weise so oder so nicht mehr vorrangig auf (Enkel-)Kinderbetreuung ausgelegt.

 

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Geändert hat sich aber auch, dass 50% der Eltern von heute erst gar nicht über die Möglichkeit des "Notfallplans Oma & Opa“ verfügen. So wohnen die Großeltern aus unterschiedlichsten Gründen erst gar nicht in der Nähe oder stehen eben selbst noch mitten Berufsleben bzw. können gesundheitsbedingt nicht einspringen. Doch auch wenn es  den Großeltern gerade gar nicht passt, so sind sie meistens dennoch gerne bereit einzuspringen und die eigenen Wünsche und Abläufe zurück zu stellen.

 

Auch wenn der Anteil der helfenden Großeltern sich über Jahre nicht verändert hat, so hat sich aber die Qualität der Kinderbetreuung hinsichtlich der Beziehung von Oma & Opa zum Enkelkind immens gesteigert. Nicht nur, dass die Zeit bewusster mit der Enkelin und dem Enkel verlebt wird, sie wird auch aktiver gestaltet. Mit der Zeit hat es sich folglich von einer reinen "Aufpasser"-Tätigkeit zu einer aktiven und gestaltenden Rolle der Großeltern entwickelt. Was noch einmal mehr die Wichtigkeit dieser Bezugsposition wiederspiegelt und so auch klar von der Erzieherrolle abhebt. Heute nehmen die Großeltern die Enkelkinder mit auf Ausflüge oder gestalten diese selbst für die Kinder. Ob Schwimmbad, Veranstaltungen, Spaziergänge und Zoo, nicht selten sieht man Oma & Opa mit stolzen Gesichtern und den Enkelkindern an der Hand.[2]

 

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Der neue Umgang und die bessere Beziehung resultiert jedoch unter anderem auch aus dem Umstand der Trennung von den Elternhäusern und der Entfernung zu einander. Was es heute gerade noch gibt, war früher die Regel. Die Rede ist von Mehrgenerationshäusern, in welchen mind. drei Generationen unter einem Dach lebten. Spannungen sind da vorprogrammiert, ein stetiger Einfluss in Fragen der Erziehung permanent gegeben. So ist es heute noch so, dass Großeltern mitunter ungern Regeln in Sachen Erziehung und Freiheiten auferlegt bekommen. Das verstärkt sich zusätzlich mit dem Maß der Inanspruchnahme der Großeltern. Umso mehr die Großeltern das Enkelkind hüten dürfen oder sogar müssen, umso mehr wird gelten „Bei uns gibt es andere Regeln“. Da passiert es schnell, dass noch ein Stück Schokolade oder die TV-Sendung mehr erlaubt wird, während bei den Eltern schon Herzrasen entstehen würde. Das ist ein Punkt, welcher vermutlich immer so bleiben wird, bei Oma und Opa darf das Enkelkind einfach mehr. Doch was ist noch gut und was ist einfach zu viel?

Es wird auf beiden Seiten Regeln zu akzeptieren geben, was nicht immer so einfach  sein wird. Die Eltern haben ganz klar die erste Erziehungsfunktion und die Verantwortung. Während die Eltern von damals – die Großeltern -  mit guter Erziehung die schulischen Leistungen, die folgende Berufsausbildung und vorbildliches Benehmen  in Schule und Öffentlichkeit sicherstellten, müssen die Eltern von heute zusätzlich Faktoren wie Markenfanatismus, Manipulation durch Marketing, die steigende Gefahr von Sozialen- Netzwerken und Drogen zusätzlich in ihre Erziehungsarbeit mit einbauen. Dabei ist es verständlich, dass diese Eltern versuchen mit anderen Erziehungsansätzen die Kinder bestmöglich zu schützen und auf eine geänderte Welt vorzubereiten.


Natürlich sehen  Großeltern manche Punkte etwas gelassener, vielleicht weil sie diese Sorgen zum Glück nicht kennen lernen mussten und vielleicht weil sie die Erziehungsfunktion nur temporär ausüben. Das z.B. die eine am Abend erlaubte Sendung schnell zum grundsätzlichen Wunsch und auch Streitpunkt wird, erlebt der liebe Opa nicht, wenn das Kind, dann wieder bei den Eltern, sagt „Bei Opa durfte ich das aber…!“. Zum anderen müssen Eltern akzeptieren, dass Großeltern ruhigen Gewissens eine besondere Stellung inne haben und auch hier und da mal lockerer sein dürfen. Kinder können entgegen der Meinung vieler Eltern sehr gut mit den Unterschieden der Erziehung und Verboten umgehen. Zudem hilft es ihnen auch im sozialen Bereich eigene Kniffe zu erlernen, um etwa dem Ziel, dem zusätzlichen Stück Schokolade, näher zu kommen. Das ist völlig in Ordnung und bildet die sozialen Fähigkeiten der kleinen Verhandlungskünstler von morgen.

 Einigkeit-bei-Erziehungsfragen-zwischen-Generationen-wichtig-greenstories-Blog-1


Grundsätzlich müssen sich Großeltern und Eltern aber einig sein und vertrauen können. Das Leckerli  oder der Schnuller vom Opa mit den Worten  „Aber sag das bloß nicht deinen Eltern“ ist dagegen für das Vertrauen schädlich und spielt einander aus. Hilfreich ist es daher wichtige Punkte fest zu machen, wie z.B. Konsumverhalten, Essen und Gesundheit und dafür bei anderen Punkten Spielraum einzugestehen. Es hilft auch den Grund für den Unterschied der Erziehungsansicht zu benennen, wie z.B. beim Schnuller die Gefahr für die Zähne oder bei Geschenken und Spielzeug die der möglichen Schadstoffe. Die Lösung könnte bei diesen Beispielen der Schnuller nur für die Nacht und gemeinsames Schenken wenigem aber schadstofffreiem Spielzeug sein. Ebenso ein stückweit mehr Verständnis auf beiden Seiten und die Akzeptanz der Veränderungen und der Reaktion darauf sind ebenso hilfreich.

 

Zusammenfassend ist ganz klar ein großes „Danke schön“ an die Großeltern auszusprechen, welche früher wie heute eine wichtige Stütze im Familienleben sind. Und seien wir doch mal ehrlich, wem macht es nicht Spaß hin und wieder mal Leben im Haus zu haben oder ganz im Gegenteil die Zweisamkeit genießen zu können.[3]



[1] Quelle: BABY und Familie, unter: http://www.presseportal.de/pm/54201/1547282

[2] Vgl. Explorative Befragung von Osnabrücker Kindern, Eltern und Senior/innen zum Thema „Wunschgroßeltern als Unterstützung junger Familien“ (2014), Dipl.-Päd. Katrin Latttner & Prod. Dr. Julia Schneewind, Seite 33f.

[3] Vgl. Explorative Befragung von Osnabrücker Kindern, Eltern und Senior/innen zum Thema „Wunschgroßeltern als Unterstützung junger Familien“ (2014), Dipl.-Päd. Katrin Latttner & Prod. Dr. Julia Schneewind; „Oma und Opa machen was sie wollen“, Öko-Test Verlag GmbH [Hrsg.], Ratgeber Kleinkinder 2015, Seite 160-162; Memorandum, Familie leben, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend [Hrsg.] Seite 26ff, unter: http://www.fruehe-chancen.de/fileadmin/PDF/Lattner_Schneewind_Konzept_Wunschgrosseltern_2014.pdf; , unter: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/memorandum-familie-leben,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf; Aufwachsen in Deutschland/AID:A, DJI, Deutsches Jugendinstitut [Hrsg.]

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